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"Homosexualität" im Lexikon für Kirche und Theologie |
[Letzte Aktualisierung: 09.06.2003 ] |
Der folgende Artikel ist im HuK-Sonder-Info zum Katholikentag 1998 erschienen. Er beschreibt die neueren Ansätze zu einem theologischen Verständnis von Homosexualität, die in dem Artikel "Homosexualität" des katholisch-theologischen Standardwerk "Lexikon für Theologie und Kirche" enthalten sind, dort in theologischer Fachsprache, hier in verständlicherer Darstellung.
Kritik an der offiziellen katholischen Position zur
Homosexualität, wie sie in mehreren, u. a.
vatikanischen Verlautbarungen zum Ausdruck gekommen ist,
gab es bisher eher an den Rändern der Kirche. Sie war
überdies oft nur interessenbezogen und argumentierte
an der von kirchenamtlicher Seite gegebenen Begründung
vorbei. Wenn homosexuelle Menschen z. B. ihre
Menschenwürde durch lehramtliche Äußerungen
als mißachtet beklagten, erhielten sie etwa zur
Antwort, dies sei kein böser Wille, sonder ergebe sich
aus der "Natur der Sache": die menschliche Natur sei nun
einmal heterosexuell verfaßt, Abweichungen davon
demgemäß "wider die Natur", und, da das, was
gegen die Natur des Menschen gerichtet sei, auch moralisch
verwerflich sei, könne Theologie und Lehramt gar nicht
anders, als eben diese Haltung einzunehmen.
Die offizielle Moraltheologie hielt sich mit Kritik
auffallend zurück.
Daß die dargestellte "amtliche" Position auch auf
der Basis der herkömmlichen katholischen Theologie
nicht zwingend ist, zeigt sich in der neuesten Auflage des
Standardwerks der katholischen Theologie, des "Lexikons
für Theologie und Kirche" (LThK). Dort bahnt sich eine
neue, deutlich veränderte Sichtweise an. Dabei wird -
und das ist das eigentlich verblüffende und in der
Konsequenz nicht hoch genug einzuschätzende - die
traditionelle Moraltheologie mit ihren eigenen Argumenten
geschlagen.
Die Autoren sind - was bei einem Werk dieses Ranges nicht
in Zweifel gezogen werden kann - allesamt Wissenschaftler
von anerkannter Reputation, deren Feststellung und
Folgerungen nicht als Außenseitermeinung
abqualifiziert werden können.
Zunächst räumt der Lexikonartikel aus wissenschaftlicher Sicht auf mit gängigen, nicht hinterfragten Vorurteilen, wie sie auch in der katholischen Kirche weit verbreitet sind. Er weist auf eine Reihe von in den Wissenschaften heute unumstrittenen Fakten hin:
1. Es gibt keinen Unterschied in der psychischen Gesundheit zwischen homosexuellen und heterosexuellen Mernschen. Homosexualität ist weder selbst eine Krankheit, noch zieht sie psychische Störungen nach sich. (Solche Störungen können dagegen durch falschen Umgang mit Homosexuellen auftreten, werden also nicht durch die Homosexualität, sondern beispielsweise durch Diskriminierung, psychischen Druck oder "Therapie"-Versuche hervorgerufen.)
2. Homo- wie Heterosexualität sind eigenständige, nicht aufeinander rückführbare Grunddispositionen menschlicher Sexualität.
3. Die Geschlechtsidentität prägt sich bereits in
der Kindheit und frühen Jugend unabänderlich aus.
Menschen können weder zur Homo- noch zur
Heterosexualität "verführt" noch "bekehrt"
werden. "Umpolungs"- und "Theraie"-Versuche an homosexuell
empfindenden Menschen sind deshalb zur Erfolglosigkeit
verdammt. Sie sind überdies inhuman, weil sie Menschen
dazu bringen wollen, ihre wahre Identität zu
verleugnen und an ihr vorbei zu leben.
(Angeblich gelungene "Bekehrungen", mit denen insbesondere
evangelikale und fundamentalistische Kreise in USA und
neuerdings auch in Europa Propaganda machen, können
deshalb nur so verstanden werden, daß bei einigen
Bisexuellen die homosexuelle Komponente - für wie
lange, wäre noch abzuwarten - unterdrückt oder
gehirnwäscheartig ausgeschaltet wird; solche "Erfolge"
widerlegen die vorstehende These nicht.)
4. Homo- wie heterosexuelle Orientierung betreffen den ganzen Menschen, nicht nur seine Sexualität im engeren Sinn, sondern gleichermaßen auch seine erotischen Phantasien, seine Selbstidentifikation und seinen Lebensstil. Die sexuelle Orientierung ist eine je spezifisch ausgeprägte Begabung, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und sich als soziales Wesen zu verwirklichen.
5. Im sogenannten "Coming out" müssen homosexuelle Menschen nicht nur ihre eigene Identität finden, sondern auch lernen, zu ihr nach außen zu stehen (was nicht notwendig bedeutet, überall und in jeder Situation sich offenbaren zu müssen). Das größte Problem ist dabei, daß sie keine positiven ldentifikationsfiguren und Leitbilder in unserer heterosexuell geprägten Gesellschaft vorfinden. Manche die Öffentlichkeit schockierenden Verhaltensweisen einiger Homosexueller sind sicherlich auf diesen Mangel zurückzuführen. Deshalb sind Emanzipationsgruppen privater, beruflicher, politischer und religiöser Art sehr wichtig. Solche Gruppierungen müßten deshalb, insbesondere von Institutionen, die den Menschen helfen wollen, ihre Identität zu finden und die in ihnen angelegten Möglichkeiten positiv zu entwickeln - und dazu gehören doch in erster Linie die Kirchen! - unterstützt und gefördert werden. Die ablehnende Haltung wieder insbesondere katholisch-kirchlicher Kreise gegenüber der Emanzipationsbewegung, auch und gerade, wenn es sich um christlich geprägte Gruppen handelt, müßte vor allem unter diesem Gesichtspunkt überprüft und revidiert werden.
6. Homosexuelle Menschen werden in vielfältiger Weise Opfer von Gewalt, nicht nur in Form körperlicher Ubergriffe bis hin zum Mord, sondern oft viel subtiler, aber mit oft ebenfalls schlimmen Folgen, indem sie als minderwertig oder krank diskriminiert werden - nicht zuletzt auch durch offizielle kirchliche Verlautbarungen.
7. Hauptmotor für Diskriminierung ist einerseits die Angst vor den eigenen homosexuellen Persönlichkeitsanteilen, die fast jeder Mensch besitzt, andererseits die Furcht, da gängige Mänlichkeitsideale und patriarchale Machtstrukturen durch homosexuelles Verhalten in Frage gestellt werden.
8. Die Folgerung des Lexikons aus den bisherigen Feststellungen: Es muß dringend in der Kirche diesen wissenschaftlichen Feststellungen Rechnung getragen und ein veränderter Umgang mit homosexuellen Menschen gefunden werden.
1. Die Bibel macht keine Aussagen über homosexuell veranlagte Menschen oder über deren liebende Zuwendung und Beziehungen zueinander. Homosexualität als unveränderliche Veranlagung war den biblischen Autoren anscheinend unbekannt.
2. Die Bibel verurteilt vielmehr homosexuelle Handlungen - wohl nicht selten ausgeführt von heterosexuellen Menschen -, die im Zusammenhang stehen mit heidnischen Fruchtbarkeitskulten der Nachbarvölker Israels oder mit Gewaltanwendung (so z. B. gegenüber den Fremden in Sodom).
Vor diesem Hintergrund verurteilt auch Paulus homosexuelles Verhalten heterosexueller Menschen als Abkehr von Gott und deshalb widernatürlich. Personale Liebesbeziehungen zwischen homosexuell Empfindenen waren ihm offenbar nicht bekannt.
4. Die ernstzunehmende Bibelwissenschaft ist sich hinsichtlich der vorstehenden Thesen einig. Fundamentalistische Positionen, die Bibelstellen, welche angeblich die Homosexualität verdammen, ohne Beachtung des historischen und kulturellen Hintergrunds verabsolutieren, können schon deshalb keine Geltung beanspruchen, weil ihre Vertreter nicht einsehbar machen können, weshalb gerade diese SteIlen zeitlos und ohne Rücksicht auf den Zusammenhang gültig sein sollen, andere aber nicht.
Der gängige Vorwurf gegen Homosexuelle lautet: Homosexualität ist wider die Natur, gegen Gottes Schöpfungsordnung. Auf die neuere katholische Theologie und Ethik kann sich eine solche Behauptung nicht mehr stützen. So zeigt das LTHK in seiner aktuellen Auflage: Gerade wenn man den traditionellen Naturrechtsgedanken aufgreift und ihn konsequent und sauber zuende denkt, so zeigt sich, daß man zumindest homosexuelle Paarbeziehungen als ethisch verantwortbar anerkennen muß.
"Natur" hat viele Bedeutungen. Es ist ein sogenannter Komplementärbegriff, d. h. seine genaue Bedeutung ergibt sich aus dem Begriff, zu dem "Natur" in Gegensatz gesetzt wird.
Im naturwissenschaftlichen Sinn bedeutet "Natur": was von sich aus, ohne Zutun des Menschen, ist. "Natur" ist hier der Gegenbegriff zu "Kultur" (das, was durch das Wirken des Menschen zustande kommt).
Im philosophischen und ethischen Sprachgebrauch bedeutet "Natur" aber oft auch: das Wesen, d. h. die eigentliche Bestimmung des Menschen, die in ihm angelegt ist, und somit die Norm, an der sein Verhalten zu messen ist.
Der Begriff "Natur" hat also seit jeher zwei
grundverschiedene Bedeutungen: Er bezeichnet erstens das,
was ist, und zweitens das, was sein soll.
Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn man von dem, was (immer schon, gewohnheitsmäßig) ist, auf das schließt, was sein soll. Es handelt sich hier um den sogenannten naturalistischen Fehlschluß. Weil etwas ist oder bei einer Mehrheit von Menschen so ist, soll es auch in der ethischen Ordnung so sein. Hier werden aber kulturell geprägte Verhaltensgewohnheiten unreflektiert zu moralischen Normen erhoben. Auch die Bibel ist nicht frei von solchen, letztlich kulturell bedingten Fehlschlüssen, etwa wenn Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth - getreu der zeitgenössischen Auffassung - Männer mit langen Haaren als eine Schande für ihr Geschlecht bezeichnet (1 Kor. 11,15).
Bei allen Mißbrauchs- und Verwechslungsmöglichkeiten hat die Rede von der Natur des Menschen doch auch ihre Berechtigung, und zwar in zweierlei Hinsicht:
Erstens gibt es faktische natürliche Vorgegebenheiten, gegen die der Mensch nicht handeln darf, ohne sich selbst zu schaden: So muß er etwa seine von der Natur vorgegebenen natürlichen Grenzen beachten. Wie diese faktische Natur aber aussieht und welche Grenzen sie menschlichem Verhalten setzt, dies festzustellen ist Aufgabe der Naturwissenschaften, etwa der Medizin: Sie können sagen, was dem Menschen schadet, und was nicht. In Bezug auf homosexuelles Verhalten ist hier ihr Urteil eindeutig: es ist gewiß nicht schädlich.
Zweitens gibt es aber auch - auf der Ebene des Sollens - einen unbedingten moralischen Anspruch an den Menschen, gegen den er nicht handeln darf, ohne sich zu gefährden. Man kann diesen Anspruch, der nicht am faktisch vorhandenen ablesbar ist, philosophisch als die "Natur", als das "Wesen" des Menschen bezeichnen. Was aber ist die Natur des Menschen in diesem Sinn, also das spezifisch menschliche, das ihn von anderen Lebewesen unterscheidet?
Betrachtet man, wie die christliche Theologie und auch das Lehramt diese Fragen beantworten, so fällt auf, daß sich hier ein fundamentaler Meinungsumschwung seit etwa hundertfünfzig Jahren abzeichnet. Die gesamte frühere, vor allem scholastische Tradition beantwortet diese Frage so: Der Mensch ist ein selbständiges Vemunftwesen (ens in natura rationali subsistens). Mit dieser Vernunft vermag er Gottes vorgegebene Gebote, die sichtbar sind im Naturgesetz, abzulesen. Die Vernunft ist gleichsam die Lesebrille, mit der der Mensch die unabänderlichen Gebote Gottes erkennen kann. - Nun war dabei die Gefahr groß, daß hierbei vom faktisch Bestehenden (Natur im ersten oben genannten Sinn) auf das Sein-Sollende (Natur im zweiten, normativen Sinn) geschlossen wurde, ohne zu fragen, ob dies wirklich dem Menschen gerecht wird. Beispiele hierfür sind: Von der Beobachtung, daß Sexualität bei allen Lebewesen der Fortpflanzung dient, wurde geschlossen, daß dies auch beim Menschen der einzige Zweck seiner Sexualität sein müsse. Oder: Von der Tatsache, daß die meisten Menschen sich heterosexuell verhalten, wurde gefolgert, daß dies auch moralisch zwingend so sein müsse.
Die Neuzeit hat hingegen, ohne die Bestimmung des Menschen als Vernunftwesen aufzugeben, einen ganz anderen Aspekt in den Vordergrund gerückt: Der Mensch ist vor allem Selbstbestimmtheit, Freiheit, die in Bezug zu anderen steht. Der Mensch ist - mit Immanuel Kant - Selbstzweck, d. h. er darf nicht von anderen zum Mittel gemacht, instrumentalisiert werden. Er ist Zweck an sich, sich selbst zur Selbstbestimmung und Gestaltung seiner selbst aufgegeben, kurz, er ist - im Unterschied zu allen anderen Lebewesen - Person, und als solcher kommt ihm eine unveräußerliche, unbedingte Würde zu. Genau in diesem Personsein besteht die Natur, das Wesen des Menschen, hierin unterscheidet er sich von allen anderen Lebewesen. Er ist liebendes freies Geschöpf, das sich in der Beziehung zu anderen selbstverwirklicht. Die Natur des Menschen besteht gerade in seiner liebenden Selbstentfaltung und Selbstbestimmung, in seiner Freiheit. Eben deshalb ist aber auch nicht wie in einem Katalog festlegbar, was nun genau zur Natur des Menschen gehört und was ihr widerspricht. Vielmehr: Natürlich ist das, was dem je einzelnen bei seiner liebenden Selbstentfaltung zu Gute kommt. Dieses Verständnis der Natur des Menschen als Person zugrundelegend, kam auch das katholische Lehramt in den letzten Jahrzehnten zu dem Schluß, daß zur "Natur" menschlicher Sexualität nicht nur die Fortpflanzung, also die Fruchtbarkeit, gehöre, sondern auch die personale Gemeinschaft der Liebenden miteinander (vgl. auch 2. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution "Die Kirche in der Welt von heute" ("Gaudium et spes"), Nr. 49; - Gemeinsame Synode der deutschen Bistümer, Beschluß "Ehe und Familie", Einleitung, 1. Kapitel).
Das katholische Lehramt gebraucht diesen neuzeitlichen Personbegriff in nahezu allen seinen Äußerungen, auch in Fragen der Sexualmoral. Aber gerade in der Frage der Homosexualität - und darauf macht der Artikel "Homosexualität" im LTHK aufmerksam - denkt es diesen Ansatz nicht konsequent zu Ende. Indem es nämlich nach wie vor die Offenheit für die Fortpflanzung als unabdingbare Voraussetzung für eine sittlich verantwortlich gelebte Sexualität erklärt, setzt es nicht etwa bei dem Verständnis des Menschen als Person an, sondern überträgt die funktionale Bestimmung von Sexualität als Fortpflanzungsmechanismus, wie er auch im Tierreich vorkommt, unterschiedslos auf den Menschen. Sexualität scheint hier nicht als Ausdruck menschlichen Personseins und dabei menschlicher Liebesfähigkeit, sondern als Funktionsmechanismus zum Zwecke der Fortpflanzung. Würde das Lehramt hingegen Sexualität als Ausdrucksform menschlicher Person wirklich ernst nehmen, so müßte es sexuelles Verhalten immer dann als sittlich gerechtfertigt anerkennen, wenn darin in Liebe und wechselseitiger Zuwendung menschliche Freiheit zu sich findet. Daher ist es ein Widerspruch, oder zumindest logisch nicht stringent, wenn das Lehramt zwar das Wesen (die "Natur") des Menschen in seinem Personsein und damit in seinem Vermögen zur liebenden Entfaltung sieht, andererseits aber sexuelle Handlungen, - etwa innerhalb gleichgeschlechtlicher Beziehungen - als widernatürlich abqualifiziert, nur weil ihnen die - nicht für den Men- schen als Person, sondern als für ihn als dem Tierreich entstammenden biologischen Organismus typischen - Fortpflanzungsfähigkeit mangelt: eine biologistische Abirrung von eigenen Prinzipien, die mit der "Natur der Sache" nicht zu begründen ist. Wer den Kern menschlicher Natur im Personsein des Menschen verortet, der kann einvernehmlich in Partnerschaften gelebte Homosexualität nicht als widernatürlich ansehen. Es ist eine bemerkenswerte Inkonsequenz, daß das Lehramt in Bezug auf die Homosexualität seinem eigenen naturrechtlichen Ansatz und seinem personalen Denken untreu wird und menschliche Sexualität, indem es hier die Fortpflanzung zum unverzichtbaren Bestandteil verantwortet gelebter Sexualität erklärt, eigentlich auf eine Stufe mit vormenschlichen, tierischen Formen der Sexualität stellt. Letztlich überträgt es damit, unter Vernachlässigung des in der übrigen kirchlichen Verkündigung gängigen personalen Menschenbildes, systemwidrig Kriterien aus dem Tierreich auf das menschliche Sexualverhalten.
Homosexuelle Menschen als Person anzuerkennen - was ja vom katholischen Lehramt gefordert wird - bedeutet nicht nur, ihre gleichgeschlechtliche Orientierung zu achten, sondern auch ihre Liebesbeziehungen zu respektieren und zu fördern.
Nachtrag, 2003:
Der Artikel im „Lexikon für Theologie und Kirche“ , der in den vorstehenden Ausführungen interpretiert wird, erschien 1996.
In den „oberen Etagen“ der r.k. Amtskirche wird er ignoriert. Sich damit ernsthaft zu befassen, würde bedeuten, umzudenken, „metanoia“ im biblischen Sinn zu leisten. Dazu ist die Oberkirche nicht bereit. Sie beharrt in den Vorurteilen des 19. Jahrhunderts und deklariert diese immer noch verbissen als „Lehre der Kirche“.
Anders sieht es an der Basis aus: hier werden diese Erkenntnisse mehr und mehr bekannt und ernst genommen. Von „einfachen“ Priestern und vor allem von den kirchlich organisierten sogenannten „Laien“. Der katholische Frauenbund der Schweiz und die Katholische Männerbewegung Österreichs – um nur Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum zu nennen - haben Erklärungen verfasst, denen diese neue Sicht zugrunde liegt. Das gibt ein wenig Anlass zur Hoffnung : sie bewegt sich doch; dort, wo Kirche lebt.