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  Deutsche Bischofskonferenz, Jugendkommission, 1999  

[Letzte Aktualisierung: 13.04.2002 ]

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Kirchliche Texte

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz zur Homosexualität

Im September 1999 gab die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche (Vorsitzender: Bischof Bode, Osnbrück) ein Dokument heraus: ”Brief an die Verantwortlichen in der kirchlichen Jugendarbeit zu einigen Fragen der Sexualität und der Sexualpädagogik”. Hier ist der Abschnitt (S. 26) wiedergegeben, der sich mit Homosexualität befasst.

Der vollständige Text (28 Seiten, Hrsg. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Arbeitshilfen 148, September 1999) ist ebenfalls auf unseren Web-Seiten vorhanden, und zwar als PFD-Datei (271 KB), er kann von dem Webserver heruntergeladen und mit Acrobat Reader (kostenlos von der Firma Adobe beziehbar) gelesen werden.

Zu dem Brief dokumentieren wir auch eine Antwort von der kirchlichen Basis her, den offenen Brief der Jugendseelsorgekonferenz im Erzbistum Berlin; sie zeigt gerade zum Thema Homosexualität eine andere Sichtweise.

5.5 Den Fragen um Homosexualität und Homosexuelle in der Kirche müssen wir uns in der Jugendarbeit ohne Angst und Vorurteile stellen, auch wenn wir nicht zu glatten Lösungen finden. Selbstverständlich muss es sein, dass jeder homosexuelle Mensch seine unverwechselbare Würde als Sohn und Tochter Gottes, als Bruder und Schwester Christi besitzt. Sie gehören wie die anderen zur Kirche und sollen sie als Ort geschwisterlicher Gemeinschaft erfahren. Dass Christen in der Kirche zur Diskriminierung von Homosexuellen beigetragen haben, gehört zu den zwiespältigen Kapiteln unserer Geschichte.

Wir verstehen, dass junge Homosexuelle, die sich ihrer Würde bewusst sind, gegen Diskriminierungen kämpfen und sich um eine verantwortliche Sexualität bemühen. Aber wir stellen uns der Herausforderung der biblischen und kirchlichen Tradition, die Einheit von Mann und Frau sowie die Weitergabe des Lebens als Grundlage und Ziel menschlicher Sexualität zu sehen. Darauf müssen junge Menschen hingewiesen und dazu hingeführt werden. Die Kirche hat praktizierte Homosexualität immer als in sich nicht in Ordnung angesehen (*). Somit verbietet es sich, praktizierte Homosexualität in der kirchlichen Jugendarbeit als wählbare Alternative darzustellen. Homosexuelle sind wie Heterosexuelle dazu eingeladen, ihre Sexualität nach ihren Möglichkeiten in das Ganze ihrer Persönlichkeit zu integrieren. Auch Homosexuelle haben einen Anspruch auf Hilfe und Begleitung auf dem Weg zu einem verantwortlichen Leben, dem wir uns auch in der Jugendarbeit stellen müssen. Die Einsicht, dass praktizierte Homosexualität nicht eine der Ehe zwischen Mann und Frau gleichwertige Variante verbindlich gelebter Sexualität ist, darf in der Kirche nicht zu Diskriminierungen führen.

Die große, geheimnisvoll-unheimliche, schöne Macht der Sexualität ist uns Menschen geschenkt, als Gabe anvertraut. Damit sie ihrem Ziel zu dienen vermag, wird sie für uns zur Aufgabe, die wir in Verantwortung gestalten dürfen. Dass unser ambivalentes, vielfach gebrochenes Leben in Christus geheilt und geheiligt wird, dürfen wir als Zusage und Ermutigung erfahren....”

Ihr + Franz-Josef Bode, Osnabrück, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz

(*) Vgl. Katechismus der katholischen Kirche 1993, S. 2357; Katholischer Erwachsenenkatechismus Bd. II, Leben aus dem Glauben 1995, S. 368