Aktuelles  
  "Versöhnte Verschiedenheit"

Wie sinnvoll ist das Gespräch mit Vertretern evangelikaler Positionen?
 
In versöhnter Verschiedenheit leben - können wir das als doch sehr unterschiedlich geprägte Christen in ebenso unterschiedlich geprägten Landeskirchen? Unsere kirchliche Landschaft unterscheidet sich in ihrer Buntheit und Vielschichtigkeit von der für Sekten charakteristischen Enge und Ausschließlichkeit des Denkens. Große Unterschiede gibt es auch in der Bewertung homosexuellen Verhaltens. Können wir dennoch aufeinander zugehen und uns in unserer Unterschiedlichkeit als Christen gegenseitig akzeptieren?
 
In unserer Nürnberger HuK-Gruppe haben wir in den vergangenen Jahren das Gespräch mit Vertretern kirchlicher Gruppierungen gesucht, die Homosexualität als Unzucht, Sünde oder therapiebedürftige Störung ansehen und die sich entschieden gegen einen Einsatz Homosexueller als hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter aussprechen. Wir sind auch weiterhin offen für solche Gespräche.
 
"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei", heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Und darum schuf Gott dem Menschen ein Gegenüber, ein Du, mit dem er eine Einheit bilden sollte. - Der Apostel Paulus schrieb in einem Brief an die Korinther, dass ihm am liebsten wäre, alle lebten so wie er, nämlich ehelos. Aber gleichzeitig räumt er ein, dass es nicht jedem gegeben sei, um Gottes willen ehelos und zölibatär zu leben. Wem diese Gnadengabe nicht gegeben sei, der solle heiraten, "um nicht von unbefriedigtem Verlangen verzehrt zu werden". So gut dieser Ratschlag für homosexuelle Menschen gemeint ist, so wenig betrifft er die Lebenssituation homosexueller Menschen. Aber das konnte Paulus nicht wissen. Auch homosexuelle Menschen sind aber nicht dazu bestimmt, allein zu leben! Diese Erkenntnis ist für heterosexuelle Menschen nicht immer einfach. Wir wollen uns weiterhin dafür einsetzen.

Gerhard Mundt