Wir über uns

Kurz und knapp

Jung oder älter, katholisch oder evangelisch, kirchlich gebunden oder ohne Kirchenbezug, in Partnerschaft oder Single: das sind wir. Trotz aller Unterschiedlichkeit haben wir eins gemeinsam: Wir sind schwul und ChristInnen. Beides bringen wir zusammen, ohne "fromm" zu sein: wir stehen mit beiden Beinen im Leben.

Neben Gesprächen im kleineren Kreis suchen wir auch das Gespräch mit anderen, vor allem im kirchlichen Bereich. Gerne stehen wir Kirchengemeinden, Schulen und anderen interessierten Gruppen für Gespräche zur Verfügung. Auch Einzelberatung ist möglich. Einmal jährlich veranstalten wir ein thematsches Gruppenwochenende.

Du mußt keineswegs Kirchgänger oder Kirchenmitglied sein, auch nicht selbst schwul oder lesbisch - nimm einfach Kontakt mit uns auf!

Ein längerer Blick zurück

Seit 1986 (also gut 20 Jahre) ist die Aachener HuK in der regionalen Szene vertreten und gibt ihr so einen rosa-lila Tupfer mehr. Die Aachener Regionalgruppe ist eine der rund 30 Gruppen der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. im gesamten Bundesgebiet. Auf dem Evangelischen Kirchentag 1977 in Berlin setzten sich spontan Frauen und Männer zusammen, um sich kritisch und konstruktiv mit dem Thema "Homosexuelle und Kirche" auseinanderzusetzen. So nahm der Bundesverein, die damals seinen Anfang. In der Zeit danach gab es dann für den Westen der damaligen Bundesrepublik die "Regionalgruppe West", die sich in der Düsseldorfer evangelischen Markusgemeinde bei Pfarrer Hans-Georg Wiedemann traf.

Die "Regionalgruppe West" teilte sich in die heutigen Regionalgruppen Köln, Düsseldorf und Münster. Die Veranstaltungen der Kölner Regionalgruppe regten einige Aachener 1986 an, eine Gruppe "vor Ort" zu gründen. Den Auftakt für die Gründung der Aachener Gruppe bildete der 1986 in Aachen stattfindende "Katholikentag" und "Katholikentag von unten" im September 1986. Neben dem damals neu gegründeten Schwulenreferat des AstA (heute "Schwulenprojekt der Aachener Hochschulen"), den "Printenschwestern" und dem "Rosaroten Teekännchen" (letztere beiden existieren nicht mehr) entstand so unsere Gruppe, die sich anfangs privat traf. Sie war von Anfang an "rheinisch-katholisch" geprägt, aber vergaß nicht den ökumenischen Aspekt. Im Jahr 1988 erhielt die Aachener Gruppe dann den Regionalgruppenstatus des Bundesvereins.

Politisch aktiv war die Aachener Gruppe nicht nur bei den Aktionen zur Streichung des § 175 StGB, sondern auch, wenn es darum ging, etwas auf lokaler Ebene etwas zu bewegen. Ein Beispiel dafür war unsere Bemühung um die Beibehaltung der ABM-Stellen in der Aachener AIDS-Hilfe in den achtziger Jahren. 1989 hat der damalige Bischof Klaus Hemmerle (+ 1994)im Fastenhirtenbrief zum Dialog über den Weg der Kirche im Bistum Aachen aufgerufen. Daraufhin haben wir bis zum Tode von Bischof Klaus unsere Sichtweise zum jährlichen Fastenhirtenbrief der Bischöfe in Form eines Briefes an die Bistumsleitung eingebracht.

Im Jahr 1992 feierten wir in der katholischen Nikolauskirche (Fußgängerzone Großkölnstraße) zusammen mit der Dürener Gruppe einen Gottesdienst mit dem Thema "Liebe zulassen - auch für Homosexuelle". Dieser Gottesdienst wurde durch einen Salzsäureanschlag empfindlich gestört. Im Nachgang kritisierten einige konservative Christen den Gottesdiensten bei der Leitung des Bistums Aachen und verunglimpften ihn. Das Verhalten der Bistumsleitung zu dieser Kritik eröffnete das Gespräch zwischen dem Bistum, der Aachener und Dürener HuK, dem "Aachener Netzwerk für eine geschwisterliche Kirche" und verschiedenen Basisgruppen zum Thema "Homosexualität".

Unvergeßlich ist uns in diesem Rahmen das erste Treffen mit Bischof Hemmerle im November 1993. Obwohl schon von seiner Krebserkrankung gezeichnet, war es ihm ein Anliegen, mit unserer Gruppe ins Gespräch zu kommen. Im nachhinein können wir sagen, daß uns dieses Gespräch einige Türen geöffnet hat. Die Gespräche wurden auch mit dem neuen Bischof Heinrich Mussinghoff und seinem Vertreter fruchtbar und bereichernd fortgesetzt.

Unter Mitwirkung der HuK hat der Bistumstag 1996 der Bistumsleitung und den Verantwortlichen deutliche Leitlinien mit auf den Weg gegeben (zu finden unter "Kirchliche Dokumente").

Bereits 1992 legte die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) den Gemeinden das Diskussionspapier "Homosexuelle Liebe" zur Beratung vor. Gerne sind wir den Einladungen verschiedener Gemeinden gefolgt, die uns um persönliche Berichte und Erfahrungen baten.

Im Oktober 1996 feierte die Gruppe ein fulminantes Fest anläßlich des 10jährigen Bestehens, dessen Vorbereitung und Durchführung uns viel Spaß gemacht hat. Das Motto lautete "Wir entfalten uns weiter". Zu den Veranstaltungen gehörte eine Kinoreihe, ein Abend der "Begegnung und Erinnerung", eine Matinee in der Bischöflichen Akademie, ein lesbisch-schwules Fest, ein Gottesdienst, den wir zusammen mit der (katholischen) Gemeinde St. Peter feierten, sowie ein Studientag mit Dr. Wunibald Müller.

In den Jahren 1997 bis 2000 gestalten wir in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Aachen und je einem katholischen und evangelischen Pfarrer Gottesdienste zum Welt-AIDS-Tag.

Gute Tradition bilden auch unsere jährlichen thematischen Gruppenwochenenden, bei denen wir persönlich arbeiten oder auch über unsere weitere Arbeit nachdenken. Bleibenden Eindruck haben die Wochenenden zu Thema "Masken" hinterlassen. Aber auch ein "sinnliches" oder "luftballoniges" Wochenende waren uns eine Bereicherung.

Bis Anfang 1999 traf sich die Gruppe 14tägig montags in den Räumen der Aachener Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) zu thematischen und geselligen Abenden. Nach einer kurzen Pause fanden seit Juni 1999 die Treffen einmal monatlich, und zwar jeweils am 4. Sonntag des Monats, statt. Nachdem im Herbst 2002 Aachens lesbisch-schwules Zentrum rainbow seine Pforten geöffnet hatte, verließ die Gruppe 2004 ihre langjährige Heimat bei der KHG und zog unter das gemeinsame lesbisch-schwule Dach.

Aus den Gesprächen mit der Leitung des katholischen Bistums Aachen heraus hat sich der Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff entschlossen, im Bistum Aachen das Stelle eines Beauftragten für Homosexuelle einzurichten. Seit XXXX nimmt Pfarrer Christoph Simonsen diese Aufgabe wahr.

Bedingt durch persönliche und berufliche Veränderungen hat sich die Gruppe und auch das Gruppenleben nachhaltig verändert. Im Sommer 2005 hat sich die Gruppe daher entschieden, ihre Treffen auf drei Anlässe zu reduzieren: die gemeinsame Pfingstwanderung, das thematische Wochenende und eine vorweihnachtliche Feier. Geblieben sind aber unverändert die privaten Treffen an jedem 2. Sonntag im Monat.