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Pressemitteilung (Nov. 1998) |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002] |
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V begrüßt die
Initiative der Bundesregierung zur rechtlichen Gleichstellung homosexueller
Lebensgemeinschaften und Schaffung eines entsprechenden Rechtsinstitutes.
Gleichzeitig weist sie die Kritik der von Bischof Karl Lehmann als Aufbau eines
falschen Feindbildes zurück. Ein Rechtsinstitut für homosexuelle Paare ist keine
Herabsetzung von Ehe und Familie, sondern die überfällige Anerkennung von
Lebensgemeinschaften zweier sich liebender Menschen.
Gleichzeitig wird in Frage gestellt, ob die Bischöfe in diesem Punkt noch die Meinung
der Gläubigen in den Gemeinden vertreten.
Mit ihrer Ablehnung von Initiativen zur Schaffung eines Rechtsinstitutes für gleichgeschlechtliche Paare verkennen die Bischöfe aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft, die einer adäquaten Antwort bedürfen. In der Gesellschaft und auch in den Gemeinden wächst die Akzeptanz homosexueller Lebensformen. Eine zunehmende Zahl lesbischer und schwuler Paare erwartet eine staatliche Respektierung und rechtliche Absicherung ihrer Lebenssituation in Analogie zu heterosexuellen Paaren.
Dies bedeutet keinesfalls eine Herabsetzung oder gar Verneinung der Ehe. Heterosexuellen Paaren soll nichts genommen werden, aber für homosexuelle Paare soll die gleiche Möglichkeit bestehen, ihre Lebensform zu wählen.
Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl im September ist die Frage der rechtlichen Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein Prüfstein für die Parteien gewesen. Die Umsetzung ihrer Versprechen und der bereits in der letzten Legislaturperiode eingebrachten Gesetzesinitiativen wird nun zum Prüfstein für die Glaubwürdigkeit von SPD und Bündnis 90/Die Grünen innerhalb der lesbisch-schwulen Szene.
Rechtliche Regelungen für gleichgeschlechtliche Paare werden auch ein Thema bei der Herbsttagung der HuK sein, die vom 6. - 8. November in der ev. Begegnungsstätte Hohenwart bei Pforzheim stattfindet. Dabei werden auch die aktuellen Aussagen von Bischof Lehmann thematisiert werden.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email:
presse@huk.org
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