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Pressemitteilung (Nov. 1998) |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002] |
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. begrüßt die
Ankündigung der niederländischen Regierung, ab dem Jahr 2000 homosexuellen
Paaren die Adoption von Kindern zu ermöglichen. Damit sind die Niederlande
innerhalb der Europäischen Gemeinschaft wieder einmal Vorreiter beim Abbau von
Benachteiligungen für Schwule und Lesben.
Für die rot-grüne Bundesregierung wächst gleichzeitig der Druck, die im Wahlkampf
angekündigte Schaffung eines Rechtsinstitutes für gleichgeschlechtliche Paare
umgehend umzusetzen.
Werden die Planungen der niederländischen Regierung umgesetzt, wären die Niederlande innerhalb Europas das erste Land, welches homosexuellen Paaren das Adoptionsrecht einräumt. Die Bedingung, daß die Partnerschaft bereits drei Jahre Bestand haben soll, trägt dem Recht der Kinder auf ein dauerhaftes familiäres Umfeld Rechnung.
Die Niederlande entsprächen damit der Aufforderung des Europaparlamentes, bestehende Diskriminierungen von Lesben und Schwulen gegenüber Heterosexuellen abzubauen. Diese Planungen sind ein Beispiel für die Durchsetzung der Gleichberechtigung, dem hoffentlich bald weitere europäische Staaten folgen.
Die Bundesregierung wird aufgefordert, entsprechende Regelungen bei der Umsetzung ihrer
Planungen zur Schaffung eines Rechtsinstitutes für gleichgeschlechtliche Paare zu
berücksichtigen.
Der langjährigen Weigerung der CDU/FDP-Regierung, sich dieser Thematik anzunehmen, kann
nun ein kraftvolles Zeichen der Bereitschaft zu fortschrittlicher Bürgerrechtspolitik
entgegengesetzt werden, wenn in einem Zuge Regelungen für Partnerschaften und das
Adoptionsrecht geschaffen werden.
Aus Sicht der HuK können lesbische oder schwule Paaren die gleiche Qualität der
Kindeserziehung gewährleisten wie heterosexuelle Paare. Eine größere Gefahr
der "Verführung zur Homosexualität" oder gar des Mißbrauches
der Kinder besteht bei lesbischen oder schwulen Eltern nicht.
Diese Planungen sind also nur die konsequente Verfolgung des Ziels der Gleichberechtigung.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email:
presse@huk.org
Mitglied der Initiative Kirche von unten (IKvu)
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