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Pressemitteilung (16.05.1999) |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ] |
Mit großer Bestürzung und Enttäuschung hat die Ökumenische Arbeitsgruppe
Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. die Ankündigungen von Bischof Lehmann von
Aktionen zum Jahr 2000 zur Kenntnis genommen.
Die HuK kritisiert die Einfallslosigkeit der Aktionen und schätzt die Hoffnung,
mit diesen Maßnahmen die Kirchen mit neuem Leben zu füllen, als naiv ein. Offene
Kirchtüren und fahnengeschmückte Kirchtürme werden keine Menschen neu in die
Kirche locken, wenn weiterhin nur Antworten von Gestern auf die drängenden
Fragen der sich wandelnden Gesellschaft geboten werden.
Auch der "Milleniums"-Koffer für die Gemeinden wird den Schaden nicht beheben
können, der mit lebensfremden Verlautbarungen aus Rom angerichtet wird.
Die Kirche muß endlich wieder lernen, auf Menschen zuzugehen, und sie dort
abholen, wo sie stehen.
Mehr Dynamik für die Kirchen erwartet der Vorsitzende der Deutschen Katholischen
Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Karl Lehmann, von den Feiern zum Heiligen
Jahr 2000. "Anstatt sich mit inhaltlichen Fragen auseinanderzusetzen, sollen
durch zweifelhafte Maßnahmen Menschen in die Kirchen gelockt werden, denen keine
Antworten auf ihre Fragen geboten werden." schätzt Andreas Schumann, Leiter des
Koordinationskreises der HuK für die Beteiligung am Katholikentag 2000, die
angekündigten Aktionen ein.
Die HuK fordert die römisch-katholische Kirche auf, offene Diskussionen zu
ermöglichen anstatt die Kirchtüren zu öffnen. Nicht nur am Beispiel des Umganges
mit dem Thema Homosexualität sieht sie die Unfähigkeit der Kirche belegt, den
Fragen der Menschen am Ende des zweiten Jahrtausends neue und glaubwürdige
Antworten geben zu können. Dies erfüllt die HuK mit größter Sorge, denn "so wird
nur die Dynamik des Auszuges aus der Kirche und der Abkehr von den Gemeinden
gefördert" so Andreas Schumann weiter.
Wer jungen Menschen, die ihre Sexualität entdecken, nur Treue predigt, ihnen
aber den Gebrauch von Kondomen verbietet, macht sich im Zeitalter von AIDS
mitschuldig an einer Verbreitung der Krankheit.
Wer vergewaltigten Frauen Abtreibungen untersagt und dabei vom Mord an Kindern
spricht, versteht nichts von einer liebevollen Zuwendung zum Menschen, wie Jesus
Christus sie vorgelebt hat.
Wer die Diskussion über das Priesteramt für Frauen als endgültig beendet ansieht und das Zölibat der Priester weiterhin fordert, treibt die Kirche in eine mittelalterliche Erstarrung zurück und nimmt ihr die Möglichkeit, die liebesfähige Menschen, neuen Schwung und neue Ideen in die Kirche zu tragen. Eine Kirche, die nicht fähig ist, auf die Fragen der Gesellschaft schlüssige Antworten zu geben, wird von den Menschen heute nicht mehr ernst genommen. Mit Machtausübung und Einreden von Schuldgefühlen sind mündige Bürgerinnen und Bürger nicht in einer Organisation zu halten, die ihnen kein Mitspracherecht gibt und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten immer weiter einschränkt. "Es gilt daher nicht, die Türen zu öffnen und zu warten bis jemand kommt. Die Priester und Bischöfe müssen hinausgehen zu den Menschen und sich auf ihre Lebenswirklichkeit einlassen!" fordert Andreas Schumann.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email:
presse@huk.org