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HuK zum Papstbesuch September 2006 |
[Letzte Aktualisierung: 10.09.2006] |
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) wird sich weder an Jubel- noch an Protestveranstaltungen aus Anlass des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Bayern beteiligen. Seit längerem konzentriert sich die HuK im Bereich der römisch-katholischen Kirche darauf, mit aufgeschlossenen katholischen Laien und auch mit einzelnen aufgeschlossenen Priestern ins Gespräch zu kommen, zuletzt beim Katholikentag 2006 in Saarbrücken.
"Wiederholte frühere Versuche, auch mit der Amtskirche ins Gespräch zu kommen, sind von dieser nicht beantwortet worden." sagte HuK-Vorstandsmitglied Thomas Wunsch. Zuletzt war dies der Fall, als die HuK im Frühjahr 2006 versuchte, trotz bestehender Differenzen die römische Kirche wenigstens zu einer Äußerung gegen anti-homosexuelle Gewalt etwa in Osteuropa zu bewegen: Die polnische Bischofskonferenz schickte wenigstens eine formale Antwort, Vatikan und Deutsche Bischofskonferenz reagierten überhaupt nicht.
Benedikt XVI. hat in seiner Amtszeit als Papst die rigide Linie fortgesetzt,
die er früher als Präfekt der Glaubenskongregation vertreten hatte. Die
HuK hat in einem Text zum Katholikentag 2006 provokant gefragt: Welcher
Teufel reitet Benedikt? Unter den Überschriften
"Joseph Ratzinger sagt - Das bedeutet für Lesben und Schwule -
Wir aber erfahren und sagen" sind die Erfahrungen schwuler Christen
und lesbischer Christinnen den kirchenamtlichen Äußerungen gegenübergestellt,
die gerade der jetzige Papst und frühere Präfekt der Glaubenskongregation
verantwortet hat, siehe
http://www.huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm .
Beim Thema "Schwule als Priesteramtskandidaten", das durch eine ablehnende Weisung
des Vatikans im November 2005 wieder aktuell wurde, hat sie auf die
verengte Sicht des Vatikans hingewiesen, ihre Stellungnahme
http://www.huk.org/presse/05-11-vatikan-weisung-priesterkandidaten.htm
endet mit den Sätzen "Gleichzeitig sehen wir in dieser Weisung ein ungeeignetes
Mittel, mögliche Missbrauchsfälle durch Priester zu vermeiden. Dies ist kein
Problem der sexuellen Orientierung, sondern des verkrampften Umganges mit Sexualität
insgesamt." Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
Email
thomas.wunsch@huk.org
Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018
Email
presse@huk.org