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Zum Verbot von Gottesdiensten zum CSD in bayerischen katholischen Kirchen |
[Letzte Aktualisierung: 01.12.2009] |
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilen die Weisung des Vatikans an die Bayerische Bischofskonferenz, ökumenische Gottesdienste in zeitlicher Nähe zu CSD-Veranstaltungen zu verhindern. Sie werten diesen Schritt als Ausdruck der irrationalen Angst der römisch-katholischen Kirche vor einer ernsthaften Auseinandersetzung mit menschlicher Sexualität. Christliche Lesben und Schwulen werden sich dadurch nicht hindern lassen, gemeinsam zu beten und zu singen.
"Das Verbot der Nutzung katholischer Einrichtungen für Gottesdienste von Schwulen und Lesben stellt einen Rückzug aus der Seelsorge vor Ort dar. Dies ist ein Armutszeugnis für die römisch-katholische Kirche und stellt den Anspruch in Frage, Kirche im Geiste Jesu Christi zu sein." so HuK-Vorstandsmitglied Thomas Wunsch. "Jesus hat unvoreingenommen alle Menschen eingeladen, zu ihm zu kommen. Ein Teil der römischen Amtskirche stellt aber immer mehr Vorbedingungen und entfernt sich damit von der christlichen Botschaft."
Der LSVD sieht in der Weisung aus Rom - der die Bayerische Bischofskonferenz offenbar gehorsam nachkam - eine weitere Maßnahme in der Kette von Versuchen, auf Politik und Gesellschaft im Sinne einer ultrakonservativen Sexualmoral Einfluss zu nehmen. "Dürfen denn Schwule und Lesben noch zusammen beten, oder wird versucht, auch das noch zu verbieten?" fragte Manfred Bruns.
Die HuK wird auch weiterhin gemeinsam mit befreundeten Gruppen lesbische und schwule Christinnen und Christen und alle interessierten Menschen während des Christopher Street Day (CSD) zu ökumenischen Gottesdiensten einladen. Beim CSD kommen viele Menschen zum Feiern zusammen, und dazu gehören nach Auffassung der HuK auch Gottesdienste. Gerade da besteht Möglichkeit und Notwendigkeit von seelsorgerischem Angebot.
Der traditionelle ökumenische Gottesdienst zum CSD in Augsburg, bei dem der Konflikt deutlich wurde, wird stattfinden, allerdings in einer evangelischen Kirche, nicht wie bisher in St. Moritz. An der Vorbereitung beteiligt sind PfarrerInnen der evangelischen und der alt-katholischen Kirche.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Reinhold Weicker, HuK-Pressesprecher
Tel. 05251 / 66018
Email
presse@huk.org
Renate H. Rampf, Pressesprecherin des LSVD
Tel. 030 / 78954778
Email
presse@lsvd.de
Weitere Webseiten zum Thema:
HuK-Webseite zum CSD Augsburg,
Dokumentation des Briefwechsels.
Bericht der Online-Zeitung queer.de
Bericht von Spiegel Online