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Zu der Weisung (Nov. 2005) aus dem Vatikan gegen schwule Priester |
[Letzte Aktualisierung: 04.12.2005] |
Der Verein "Homosexualität und Glaube" ist einmal mehr bestürzt über die neuesten Aussagen des Heiligen Stuhls. Die Priester, Ordensleute und Priesteramtskanditaten in unserem Kreis reagieren mit Betroffenheit, Wut - oder Gleichgültigkeit. In ihrem Namen erheben wir aufs Schärfste Protest.
Es ist einsichtig, dass
Die Kirche belügt sich dabei aber in mehrfacher Weise selbst:
Zum Vorwurf, dass homosexuelle Kleriker nicht zu "korrekten" Beziehungen fähig seien:
Dies trifft wohl in besonderer Weise auf jene Menschen zu, die ihre ureigenen Gefühle verdrängen, abwürgen, die ihre sexuelle Veranlagung nicht integrieren können, die sie vielfach in Selbsthass und Homophobie umwandeln. Wer aber zu sich selbst stehen lernt, kann vielleicht auch als zölibatär lebender Mensch in zärtlicher Weise der Welt begegnen und reife menschliche Beziehungen leben, wie es für Seelsorger wohl unerlässlich ist.
Wer in der röm.-kath. Kirche seine Heimat sieht, wird zwar wieder einmal in seiner Liebe zu ihr geprüft – im Blick auf die lange Geschichte dieser Institution die Relevanz des nunmehrigen vatikanischen Dokumentes aber historisch richtig einzustufen wissen. Als tröstlich darf auch vermerkt werden, dass sich sehr viele katholische ChristInnen nicht wie der Vatikan vor homosexuellen Menschen fürchten, vielmehr ihre spezielle Liebesbegabung als wunderbare Schöpfungsgabe anerkennen und sich solidarisch für sie einsetzen.
Der Papst dagegen mutet homosexuellen Menschen zu ihr "Kreuz" in Ergebenheit und Demut zu tragen. Dabei ist er es, der es ihnen auflegt.
Für die HUG-Wien: Christoph Hubatsch, Johannes D. Langer
Tel.: 0676 401 25 69
Heftig kritisiert die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Homosexuelle und Glaube (HuG) Steiermark in einer Aussendung die heute veröffentlichte vatikanische Instruktion, durch die schwule Seminaristen faktisch von der Priesterweihe ausgeschlossen werden.
Damit schafft die Kirche ein Sonderrecht für homosexuelle Priesteramtskandidaten, das nicht nur dem katholischen Weltkatechismus widerspricht, sondern auch sachlich völlig ungerechtfertigt ist. Seriösen Schätzungen zufolge sind schon jetzt etwa 20 bis 30% des katholischen Klerus homosexuell und die weitaus überwiegende Mehrheit dieser Priester versieht ihren seelsorgerlichen Dienst zur vollsten Zufriedenheit nicht nur des Kirchenvolkes sondern auch ihrer Vorgesetzten.
Wenn nun über die Einhaltung des Keuschheitsgelübdes hinaus von schwulen Seminaristen implizit gefordert wird, ihre sexuelle Orientierung zu verleugnen oder zu gehen, beweist die Amtskirche einmal mehr ihre Unfähigkeit, sich mit dem Thema Homosexualität seriös und wissenschaftlich fundiert auseinander zu setzen.“
Engagierte Menschen, die ihre Begabungen in den Dienst ihrer Kirche und des Evangeliums stellen möchten, würden dadurch zur Verleugnung ihrer wahren Persönlichkeit gezwungen und an der Herausbildung einer reflektierten und reifen sexuellen Identität gehindert.
Forderung an Bischofskonferenz
Wiederholt fordert daher die HuG die Österreichische Bischofskonferenz auf, das Grundübel der Tabuisierung von (Homo-)Sexualität im Klerus endlich zu beseitigen, statt Homosexuelle allein mit Hinauswurf zu bedrohen und sie dadurch zu einem Doppelleben mit allen seinen oft dramatischen psychischen Folgen zu zwingen.
Zum Vorbild könne sie sich dabei die Schweizer Bischofskonferenz nehmen, die in ihrer Stellungnahme zum Vatikan-Dokument unter anderem festhielt: "Im Mittelpunkt unserer Abklärungen zur Zulassung zum Priesteramt steht nicht die sexuelle Orientierung, sondern die Bereitschaft zur konsequenten Christusnachfolge."
Graz, am 29.11.2005