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  Pressemitteilung (16.06.2001)  

[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (16.06.2001) Nr. 5
zum 29. DEKT in Frankfurt am Main

Schwule und Lesben in den Gemeinden
Möglichkeiten zur Segnung schaffen
Auseinandersetzung mit homosexuellen Pastorinnen und Pastoren

Zwei Veranstaltungen im HuK-Zentrum thematisierten den Gemeindealltag für Schwule und Lesben. In Kleingruppenarbeit setzten sich etwa einhundert Kirchentagsbesucher mit den Möglichkeiten zur Partnerschaftssegnung in den verschiedenen Landeskirchen auseinander. Über 120 Teilnehmende folgten dem Podiumsgespräch über Situation von Gemeinden mit lesbischen Pastorinnen oder schwulen Pastoren.

Auch am Stand der HuK auf dem Makt der Möglichkeiten unterstützte eine überwältigende Mehrheit der Besucher die Forderung nach Segnungsmöglichkeiten für homosexuelle Paare.

In einem einleitenden Statement stellte Dr. Ben Khumalo den aktuellen Stand der Diskussion zur Partnerschaftssegnung vor und legte die Argumentationsstränge für und gegen Segnungshandlungen dar. In anschließenden Gesprächsrunden, aufgeteilt nach Landeskirchen, wurde die Diskussion lebhaft geführt. Eine klare Mehrheit stellte sich hinter die Forderung nach der umgehenden Schaffung von Segnungsmöglichkeiten in allen Landeskirchen.

In den Kleingruppen wurden Erwartungen an Gemeinden, Pastoren und Landeskirchen formuliert, wobei ein klares Stadt-Land-Gefälle ausgemacht wurde. In ländlichen Gemeinden spielt vielfach noch die Suche nach Akzeptanz eine Rolle, während in den Städten Segnungsgottesdienste ein Thema sind.

Einheitlich wurde die Frage der Segnung als Anerkennung der Würde homosexueller Menschen gesehen. Daher wird der Gemeindegottesdienst als der adäquate Raum angesehen, in dem ein entsprechendes Ritual angesiedelt werden muß. Die Frage nach Partnerschaftssegnungen im öffentlichen Gottesdienst verneinten weniger als zehn Prozent der befragten Besucher des HuK-Standes auf dem Markt der Möglichkeiten.

In der zweiten Veranstaltung stellten neben Joachim Gollin, dem Dekan des Dekanates Frankfurt-Mitte-Ost, mehrere Kirchenvorstände ihre Erfahrungen mit lesbischen Pastorinnen oder schwulen Pastoren dar. Ihre durchweg positiven Erfahrungen standen teilweise im Widerspruch zu Erfahrungen von Plenumsteilnehmenden. Die positive Situation in Frankfurt wird als Momentaufnahme angesehen, die nicht in den ländlichen Raum übertragen werden kann.

Das Plenum formulierte die Erwartung, Gemeinden sollten sich unabhängig von einer anstehenden Pastorenwahl mit der Frage beschäftigen, ob sie eine lesbische Pastorin oder einen schwulen Pastoren tragen können.

Kritisch angefragt wurde die mögliche Erwartung, dass Homosexuelle im Pastorenamt besser als Heterosexuelle sein müssen, um negative Erfahrungen nicht auf die sexuelle Orientierung zurückführen zu können.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email: presse@huk.org