HuK Startseite

  Pressemitteilung (01.04.2000)  

[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ]

HuK-Startseite

Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (01.04.2000)

Erste gottesdienstliche Begleitung für lesbisches Paar

Umsetzung des Synodenbeschlusses der Rheinischen Landeskirche
Gratulation auch an Markusgemeinde

Am morgigen Sonntag wird in der Düsseldorfer Markusgemeinde erstmals nach dem Beschluß der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland eine gottesdienstliche Begleitung für ein lesbisches Paar im Hauptgottesdienst stattfinden. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. sieht mit dieser ersten öffentlichen Feier den Beschluß vom Januar umgesetzt, mit dem eine kirchliche Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften erfolgte.

Dem lesbischen Paar und auch der Markusgemeinde gratuliert die HuK herzlichst, da in dieser Gemeinde vor 13 Jahren durch erste Freundschaftssegnungen der Diskussions-prozeß innerhalb der evangelischen Kirche in Gang gesetzt wurde.

Diese erste Segnungsfeier, der in den nächsten Wochen weitere folgen werden, ist von einem besonderen öffentlichen Interesse begleitet. Daher wird die Feier auch vom Landeskirchenamt kritisch begleitet. Der Kompromiss des Synodenbeschlusses verbietet eine zu große Nähe zu einem Traugottesdienst, ohne dabei Vorschläge für einen Ablauf des Gottesdienst zu bieten. Daher ist die Gemeinde aufgefordert, eine dem Anlaß angemessene Form zu geben, ohne die gesetzten Grenzen zu überschreiten.
Die HuK fordert das Landeskirchenamt daher auf, zügig an der Erarbeitung einer Agenda zu arbeiten und die von der Markusgemeinde gewählte Form dabei zu berücksichtigen.

Gleichzeitig sieht die HuK auch eine Bestätigung ihrer jahrelangen Arbeit in Gemeinden und Synoden, durch die eine positive Beurteilung der gottesdienstlichen Begleitung von schwulen und lesbischen Paaren erreicht wurde. Am Anfang standen dabei Freundschaftssegnungen in der Markusgemeinde, die vom Presbyterium mitgetragen wurden. Durch Einspruch des Landeskirchenamtes wurden 1987 weitere Segnungsgottesdienste untersagt und eine langjährige Diskussion über die Beurteilung homosexueller Lebensformen und der Bedeutung von Segen innerhalb der Landeskirche in Gang gesetzt. Diese Diskussion wurde auch von anderen Landeskirchen und der EKD aufgenommen.

Die HuK erhofft eine rege Nachfrage von schwulen und lesbischen Paaren nach einer gottes-dienstlichen Begleitung. "Nach dem Abklingen des Medieninteresses wird sich ein normaler Umgang in den Gemeinden ergeben. Entsprechende Feiern werden bald zum Alltag in vielen Gemeinden gehören." wertet Dr. Ben Khumalo, Vorstandsmitglied der HuK, die Situation.

Auch für die katholische Kirche wünscht sich die HuK eine rege Diskussion über die Möglichkeit einer Segnungsfeier für Schwule und Lesben in auf Dauer angelegten Partnerschaften. Nachdem in der vergangenen Woche in Hammelburg, Unterfranken, ein katholischer Geistlicher ein schwules Paar aus pastoralen Erwägungen in einer privaten Zeremonie den Segen erteilt hatte, wurde seitens des Würzburger Generalvikariats und auch von Bischof Lehmann, dem Vorsitzenden der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, die Ablehnung der Segnung wiederholt betont. Dennoch sieht die HuK in dieser ersten öffentlichen Diskussion auch die Chance, durch beharrliche Arbeit eine änderung der Auffassung zu erreichen.
"Noch vor wenigen Jahren wäre diese Diskussion nicht öffentlich geführt worden. Wie in der evangelischen Kirche kann nun hier angeknüpft werden" erläutert Dr. Khumalo die Hoffnungen der HuK.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email: presse@huk.org