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Pressemitteilung (03.02.2000) |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ] |
Erwartungsvoll blicken die Mitglieder der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. auf die Landessynode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.
Sie sehen dem Abschluß des langjährigen Diskussionsprozesses um die Beurteilung gleichgeschlechtlicher und nichtehelicher Lebensweisen entgegen. Streitpunkt bleibt insbesondere die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren in öffentlichen Gottesdiensten sowie die Stellung eheähnlicher Partnerschaften gegenüber der Ehe.
Die gottesdienstliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare in öffentlichen Gottesdiensten zu ermöglichen, bleibt nach Ansicht der HuK ein Prüfstein für die Gleichstellung.
Die HuK sieht in der aktuellen Beschlußvorlage einen Weg zur Beendigung der langjährigen Diskussion zum Thema Ehe, Familie und andere Lebensformen, wodurch endlich offiziell eine Möglichkeit zur Segnung von lesbischen und schwulen Paaren gegeben wird. Dies erscheint als der derzeit in einer Volkskirche mögliche Kompromiss. Gleichzeitig kritisiert sie den fehlenden Mut zur Anerkennung der Gleichwertigkeit von hetero- und homosexuellen Beziehungen. Nach ihrem Verständnis widersprechen auf Dauer angelegte gleichgeschlechtliche Partnerschaften keineswegs dem biblischen Zeugnis.
Die HuK fordert die Synode auf, endlich eine eindeutige Zustimmung zur Segnung von schwulen oder lesbischen Paaren abzugeben. Dies umfaßt eine landeskirchlich einheitliche Regelung sowie die Ermöglichung der Segnung der Paare in Gemeindegottesdiensten ebenso wie in besonderen Gottesdiensten. Zwar waren bereits seit 1997 im seelsorglichen Bereich Segnungen möglich. Sie konnten jedoch nur selten in einer entspannten Atmosphäre stattfinden, da sie meist von großer Angst der Gemeinden oder der Pastoren bzw. Pastorinnen vor mangelndem Rückhalt der Landeskirche bzw. der Gemeinde begleitet waren.
Eine Entscheidung soll von der Landessynode auch als Zeichen innerhalb der politischen Diskussion der gesetzlichen Regelung für Eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesetzt werden. Das Modell der Hamburger Ehe ohne Rechte und Pflichten war ein Zeichen, nun muß eine bundesweite Regelung für ein Rechtsinstitut mit vollen Rechten und Pflichten geschaffen werden!, fordert Ruth Hannemann, ehemaliges Vorstandsmitglied der HuK.
Darüber hinaus setzt sich die HuK gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Lesben und Kirche (LuK) für eine wirkliche Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen im kirchlichen Dienst ein. Noch immer könnten lesbischen Pastorinnen oder schwulen Pastoren mit Hinweis auf ihre sexuelle Orientierung die Einstellung versagt werden. Auch fehlen den Gemeinden Leitlinien zur Gestaltung von Segnungsgottesdiensten, da sie sich nicht an Trauungsfeiern orientieren sollen. Daher stellt für LuK und HuK eine Beschlußfassung bei dieser Synode keineswegs ein Ende der Diskussion dar.
Bereits 1996 wurde von der Synode ein Beschluß zum Thema Ehe, Familie und andere Lebensformen gefaßt, der unter anderem die Segnung von Lesben und Schwulen, die in dauerhaften Partnerschaften leben, vorsah. Als Ort der Segnung wurden Gemeindegottesdienste jedoch nur als Ausnahme zugelassen. Desweiteren wurden mit diesem Beschluß auf Dauer angelegte eheähnliche Partnerschaften als der Ehe gleichwertige Lebensform anerkannt. Insbesondere dieser Punkt wurde vom Bischofskollegium zurückgewiesen und somit der gesamte Beschluß nicht umgesetzt.
Auch nach Änderung der Beschlußfassung durch die 1997 tagende Synode wurde seitens der Bischöfe Kohlwage und Dr. Knuth der Beschluß zurückgewiesen, da sie die eindeutige Bevorzugung der Ehe in Gefahr sahen.
Für die jetzt tagende Versammlung wurde eine Beschlußvorlage unter Mitwirkung der Bischöfe erarbeitet, welche die bisherigen Bedenken berücksichtigt und eine Wertung der verschiedenen Lebensformen vornimmt.
Im Januar beschloß die Evangelische Kirche im Rheinland als erste Landeskirche innerhalb der EKD eine gottesdienstliche Begleitung von Schwulen und Lesben in Gemeindegottesdiensten oder Andachten. Es wird erwartet, dass sich nun auch weitere Landessynoden mit dem Thema befassen werden.
Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Ben Khumalo, Alte Ziegelei 4, 26197 Huntlosen
Tel. (04487) 750285
Email:
evkipo@huk.org
und
Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email:
presse@huk.org