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  Pressemitteilung (08.01.2000)  

[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (08.01.2000)

Erwartungen an Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland

Große Zustimmung zu einer öffentlichen Segnung erhofft
Beendigung der Diskriminierung von Schwulen und Lesben

Mit großen Erwartungen blicken die Mitglieder der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. auf die am 9. Januar in Bad Neuenahr beginnende Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie erwarten den Abschluß des langjährigen Diskussionsprozesses um die Beurteilung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Streitpunkt bleibt insbesondere die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren.
Die gottesdienstliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare in öffentlichen Gottesdiensten zu ermöglichen, bleibt ein Prüfstein für die Gleichstellung. Erhofft wird eine breite Zustimmung zur vorbehaltlosen Annahme von Lesben und Schwulen und damit ein eindeutiges Zeichen gegen die Diskriminierung nicht nur im kirchlichen Bereich.

Die HuK fordert die Synode auf, endlich eine eindeutige Zustimmung zur Segnung von schwulen oder lesbischen Paaren abzugeben. Dies umfaßt eine landeskirchlich einheitliche Regelung sowie die Ermöglichung der gottesdienstlichen Begleitung in Gemeindegottesdiensten ebenso wie in besonderen Gottesdiensten. Eine solche Entscheidung soll von der Landessynode auch als Zeichen innerhalb der politischen Diskussion der gesetzlichen Regelung für Eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesetzt werden. Nach der Schaffung dieses Rechtsinstitutes werden auch umgehende dienstrechtliche Konsequenzen erwartet.

”Die langjährige Diskussion kann nur mit einem eindeutigen Votum für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben beendet werden.” faßt Dr. Ben Khumalo, Vorstandsmitglied der HuK und Pfarrer im Ruhestand, die Erwartungen an die Landessynode zusammen. ”Vorbehaltlose Annahme meint, dass die Möglichkeit zur uneingeschränkten gottesdienstlichen Begleitung in jeder Gemeinde der Landeskirche gegeben ist.”

Die HuK folgt der Einladung zur diesjährigen Tagung der Landessynode, um dadurch erneut zu bekunden, dass viele Frauen und Männer in den Gemeinden der rheinischen Kirche das Beratungsergebnis mit hohen Erwartungen herbeisehnen. ”Die Nicht-Entscheidung der vergangenen Jahre haben wir lange genug ausgehalten!” so Dr. Khumalo. Gemeinsam mit weiteren HuK-Mitgliedern und Angehörigen des Konventes lesbischer Pfarrerinnen und schwuler Pfarrer wird er der Eröffnung der Landessynode beiwohnen und sich für Gespräche bereithalten.

Bereits 1995 wurde im Diskussionsprozeß zu ”Homosexuelle Liebe” ein Synodenbeschluß gefaßt, der die vorbehaltlose Annahme von Lesben und Schwulen fordert. Damit einher ging die Feststellung, dass innerhalb der rheinischen Landeskirche keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung stattfinden dürfe. Den Gemeinden wurde freigestellt, lesbische Pastorinnen oder schwule Pastoren zu Gemeindepfarrerinnen bzw. -pfarrern zu wählen und ihnen gemeinsam mit ihren Partnern die Pfarrhäuser bzw. Dienstwohnungen zu öffnen. Diese Regelung gilt noch heute als die weitestgehende innerhalb der in der EKD zusammengeschlossenen Landeskirchen.


Anmerkung, 22.01.2000: Die Landessynode hat einen Beschluss gefasst, der die Erwartungen der HuK weitgehend erfüllte; siehe dazu den offiziellen Text des Beschlusses und die Presseerklärung der HuK nach der Synode.


Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Ben Khumalo, Alte Ziegelei 4, 26197 Huntlosen
Tel. (04487) 750285
Email: evkipo@huk.org

und

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email: presse@huk.org