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Pressemitteilung (26.1.2000) zu Kardinal Meisners FAZ-Artikel |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ] |
Unehrlich, wirklichkeitsfremd, entwürdigend und faschistoid, aber keineswegs christlich findet die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. den Artikel von Joachim Kardinal Meisner Die Sinnlichkeit des Glaubens. Warum die Katholische Kirche dagegen ist, dass homosexuelle Menschen heiraten.
Charakteristisch für die Wertvorstellungen Meisners ist die Engführung der Sexualität auf die Fortpflanzung und die der Ehe auf die Orientierung an Nachkommen. Die Liebe in ihrer personalen, sozialen und körperlichen Dimension scheint für ihn lediglich ein untergeordneter Wert zu sein. Die Vielfalt menschlicher Sexualität, ihre Möglichkeit der intimen Kommunikation, des Einswerdens und der Entrückung ist ihm fremd. Nur darum kann er auch zwischen Inkarnation und Ekstase einen Widerspruch sehen. In diesem Unverständnis zeigt sich Meisners Leibfeindlichkeit.
Für die HuK ist das Christentum die Religion der Menschwerdung des Gottes, dessen Wesen Liebe ist. Das Gebot der je größeren Liebe ist darum das Prinzip allen christlichen Handelns, die beabsichtigte und verwirklichte Liebe das einzige Kriterium zur Beurteilung von Beziehungen. Unter diesem Kriterium sind zwar viele Beziehungen gleich gültig, aber keineswegs - wie Meisner vorgibt - gleichgültig.
Meisner steht mit seiner Einschätzung im Widerspruch zum Gleichheitsgrundsatz in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes. Seine Beurteilung von Partnerschaften unter dem Kriterium der Fortpflanzung und der Orientierung an Nachkommen entspricht eher faschistischen, keineswegs aber christlichen Wertvorstellungen. Die HuK wendet sich darüber hinaus gegen die unehrliche Argumentationsweise Meisners: Die Frage Warum nicht? stellt er als schlagkräftiges Argument der gegenwärtigen Diskussion dar. Er verschweigt, dass das nur dann möglich ist, wenn keine schlüssigen Gegenargumente vorliegen. Solche ist die römisch-katholische Kirche schuldig geblieben. Im Gegenteil: Viele Menschen haben bis heute unter dem Vorwand des Glaubens Unmenschliches erlebt. Dadurch büßt die Kirche immer wieder neu ihre Autorität als Hüterin der Menschenrechte ein.
Gerade die Abtreibungsfrage, die Meisner in seiner Argumentation immer wieder als Parallele heranzieht, veranschaulicht das gut: Die Kirche verhält sich wie der Priester und der Levit im Gleichnis vom barmherzigen Samariter - aus Angst um religiöse Korrektheit und Reinheit läßt sie die Gestrauchelten hilflos liegen und überläßt die Werke der Barmherzigkeit Kirchenfernen und Ungläubigen.
Die HuK fordert von den Kirchen
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