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  HuK-Archiv: Texte des Monats  

[Letzte Aktualisierung: 02.04.2002 ]

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Archiv: TdM

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Aus dem HuK-Archiv: Text des Monats Juni 2000

Im März 1993 gründete sich innerhalb der HuK der Arbeitskreis 'Fundamentalismus', der nach zwei Jahren kontinuierlicher Arbeit eine Stellungnahme zum Thema erstellte und mit folgender Resolution schloss:

 

Resolution der Ökumenischen Arbeitsgruppe
Homosexuelle und Kirche
zum Fundamentalismus

Gegen sich ausbreitende fundamentalistische Tendenzen in Kirche und Gesellschaft wendet sich die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche.

In fundamentalistischen Haltungen, Denk- und Handlungsweisen werden in Situationen der Unsicherheit einfache Problemlösungen im Sinne einer schroffen Entgegensetzung von Gut und Böse unter dem Maßstab absolut gesetzter und damit als unhinterfragbar angenommener Fundamente gewählt. Auf diese Weise werden Menschen in ihrer je eigenen Problemlösungskompetenz entmündigt, Kritik wird nicht zugelassen und zum Teil mit unterschiedlichen Formen der Gewalt unterdrückt. Fundamentalistische Tendenzen gehen daher an der Wirklichkeit vorbei. entwürdigen Menschen und führen in der Konsequenz zu einem Klima der Angst und Unsicherheit, wie dies rechtsradikale Gruppen und fundamentalistische religiöse Strömungen deutlich vor Augen führen. Sie sind daher als Problemlösung in Situationen der Unsicherheit nicht nur ungeeignet, sondern bewirken das Gegenteil ihres Anliegens.

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche fordert deshalb, die Verunsicherungen, die fundamentalistische Reaktionen hervorrufen, ernst zu nehmen und sich der ihnen zugrunde liegenden Probleme anzunehmen: Verunsicherungen sind in dieser Gesellschaft, in der philosophisch der Zweifel zur Methode erhoben worden und kulturell das einzig Sichere nur der Wandel ist, unvermeidbar. Die fragwürdigen Folgen potenzieren die Verunsicherung vor allem bei denjenigen, die ohnehin in dieser Gesellschaft benachteiligt sind. Diese fragwürdigen Folgen und gesellschaftlichen Benachteiligungen müssen vermieden und abgebaut werden. Es bedarf darüber hinaus eines Klimas der Zuverlässigkeit und des Vertrauens, um einen anderen Umgang mit unvermeidbaren Unsicherheiten vermitteln zu können.

Dem Erziehungswesen kommt es dabei zu, Sicherheit in Form von Zuverlässigkeit, Zuwendung und Respekt, auf personaler Ebene in Form von Urvertrauen und Vertrauen in das Leben, zu vermitteln. Das setzt zeitliche, räumliche und finanzielle Freiräume für die Erziehung, sowie für das Erlernen geeigneter Verhaltensmodelle voraus.

Zuverlässigkeit, Zuwendung und Respekt müssen sich in der Politik durch Redlichkeit, Ehrlichkeit und Integrität der Politikerinnen und Politiker und ihrem Einsatz für den globalen wie lokalen Abbau von Benachteiligungen und sozialen Ungerechtigkeiten, sowie der Stärkung wirtschaftlich und politischer Sicherheit äußern.

Ureigene Aufgabe der Kirchen ist es, Zuverlässigkeit, Zuwendung und Respekt nach dem Modell der Menschwerdung des Gottes, dessen Wesen Liebe ist, und den Maßstäben des Gebotes der Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe zu verwirklichen. Ihre Glaubwürdigkeit als zuverlässige Anwältinnen der Menschenwürde setzt dabei voraus, daß sie damit in ihren eigenen Reihen beginnen.