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  So habe ich es erlebt  

[Letzte Aktualisierung: 14.10.2005 ]

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Wer wir sind

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)

Wie zwei Christen ihre Homosexualität doch sehr unterschiedlich wahrnehmen - und leben

Der folgende Artikel eines schwulen Mannes ist in Stil der Erzählung anders als die Berichte aus dem Arbeitsheft "Farbe bekennen" der HuK. Er entstand, angeregt durch einen Artikel "Warum ich als Christ nicht homosexuell leben kann" (Salzkorn, März/April 2005) in Auseinandersetzung mit den dort vor4getragenen Thesen.

Der nicht kursiv gedruckte Text (linke Spalte) ist von einem anonymen Schreiber im "Salzkorn"-Heft Nr. 2/März-April 2005 der OJC (Offensive Junge Christen, Reichelsheim) nachzulesen.

Der kursiv geschriebene Text (rechte Spalte) ist von Walter Conzelmann, Wentzingerstr. 32, D 79106 Freiburg, Tel. 0761 – 27 71 18, e-mail: Walter.Conzelmann@t-online.de - Juli 2005

Warum ich als Christ nicht homosexuell leben kann

Sieben ganz persönliche Gründe

Fliehe die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen. (2. Timotheus 2, 22)

Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist, du weißt ja, von wem du gelernt hast, und daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. (2. Timotheus 3, 14)

Warum ich als Christ homosexuell leben kann und darf - und auch soll

Sieben ganz persönliche Gründe

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut (1. Mose 1, 31).

Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also? (Römer 9, 20).

Wer den Geringen bedrückt, schmäht dessen Schöpfer (Sprüche 14, 31).

So ist’s ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl. Fällt ihrer einer, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist kein anderer, der ihm aufhelfe. Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden? Einer wird überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen, und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei. (Prediger 4, 9 – 12).

 

Persönliche Vorbemerkung

Als Jugendlicher entdeckte ich bei mir starke homosexuelle Gefühle. Sie nahmen dermaßen zu, auch verstärkt durch negative Erfahrungen, daß ich meinte, gar nicht anders zu können, als sie zur Leitlinie meines Handelns zu erklären. Es war mir einfach nicht vorstellbar, daß ich dagegen ankämpfen könnte oder daß es einen anderen Lebensweg für mich geben könnte, als meine Neigungen auszuleben. Die Intensität dieser Gefühle dominierte mich vollständig.

Auf der anderen Seite wollte ich als bewußter Christ und in meiner Lebensgestaltung den Willen Gottes an die erste Stelle setzen. Ich wußte durch meine Beschäftigung mit der Bibel, daß die Aussagen zur ausgelebten Homosexualität durchgängig negativ waren. Obwohl mir das auf den ersten Blick nicht passte, wollte ich nicht einfach darüber hinweggehen. So begann ich, sowohl intellektuell als auch gefühlsmäßig nach einer Lösung des Konfliktes zu suchen, in dem ich mich befand.

Im Lauf der Jahre haben sich bei mir Grundüberzeugungen gebildet, die für mich lebensprägend geworden sind und die ich hier

Persönliche Vorbemerkung

Schon sehr früh entdeckte ich bei mir starke, faszinierend schöne Gefühle beim Zusammensein mit Männern, die durch positive Erlebnisse noch verstärkt wurden. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Jahrzehnte lang habe ich ohne jeden Erfolg dagegen angekämpft und –gebetet, weil man mir in meinem stark pietistisch geprägten Umfeld von früh auf eingetrichtert hatte, dass Homosexualität eine ganz schlimme Sünde sei. Man hatte mir aber auch vorgetäuscht, dass homosexuelles Empfinden automatisch verschwinde, wenn man erst mal geheiratet hatte. Ich habe geheiratet, und es lag ganz sicher weder an meinem guten Willen noch an meiner inzwischen von mir geschiedenen Frau, mit der ich nahezu dreissig Jahre verheiratet war und mit der ich vier Kinder hatte, dass sich an meinen Gefühlen nichts verändert hat. Und so kam es, wie es kommen musste: Ich verliebte mich nach zwanzig Jahren Ehe zum ersten Mal in meinem Leben unsterblich – in einen Mann. Damals sah ich nur zwei Alternativen: Entweder die Sache für mich zu behalten und umgehend aus dem Leben zu scheiden (eine "todsichere" Brücke hatte ich mir schon ausgesucht), denn es war mir klar, dass ich als schwuler evangelischer Kirchenmusiker nach einem coming-out keinerlei Chance hatte, meine Arbeit weiter tun zu können - oder aber meine Gefühle zu unterdrücken, was mich vollends zum seelischen Krüppel gemacht hätte. In meiner Verzweiflung habe ich damals

 

weitergeben möchte. Ich tue dies anonym, weil ich die Angriffe, Verleumdungen und Belästigungen, die von manchen Vertretern der homosexuellen Lobbygruppen, seien sie nun innerhalb oder außerhalb der Kirchen, schon am eigenen Leib erfahren habe und mich davor schützen möchte. Dabei will ich gleichzeitig betonen, daß ich jeden Andersdenkenden und Anderslebenden respektiere, mich nicht als Richter über ihn oder sie aufspiele, und dass ich nach wie vor Freunde habe, die bewußt homosexuell leben.Genauso wie ich ihre Lebensentscheidung akzeptiere, akzeptieren auch sie meine Entscheidung gegen einen homosexuellen Lebensweg. Durch diese echte Toleranz sind Begegnung und Gespräch, ja sogar Freundschaft auch über die unterschiedlichen Grundüberzeugungen hinweg möglich. Darüber freue ich mich. Da ich aber erfahren habe, daß nicht jeder zu dieser Differenzierung bereit oder in der Lage ist, schreibe ich diese Zeilen ohne Namensnennung. Sie entsprechen meiner Auffassung und sind deshalb bewußt betitelt:

"Warum ICH als Christ nicht homosexuell leben kann".

 

 

bei der Telefonseelsorge angerufen und hatte das große Glück, auf eine Mitarbeiterin zu treffen, die meine Situation verstanden, mich angenommen und ermutigt hat, mein Schwulsein als etwas ganz Normales, Gutes zu sehen. Wenn ich damals an eine evangelikale Fundamentalistin geraten wäre, die mich abgeurteilt oder gar zu "Veränderung" gedrängt hätte, wie es fast nur noch einige wenige dieser Fundis - etwa die schon erwähnten "Offensiven Jungen Christen" - machen, wäre der Sprung von besagter Brücke Wirklichkeit geworden. Es ist statistisch erwiesen, dass der Anteil vor allem junger Schwuler, die sich das Leben nehmen, um ein Vielfaches höher liegt als die Selbstmordrate ihrer heterosexuellen Altersgenossen. Das liegt mit Sicherheit nicht an ihrem Schwulsein, sondern daran, wie ihre Mitmenschen darauf reagieren, heutzutage vor allem noch "Christen".

Ich weiß heute, dass die homosexuelle Prägung keine Frage der persönlichen Entscheidung ist, genau so wenig, wie sich jemand entscheiden kann, heterosexuell zu sein oder zu werden oder Einfluss darauf zu nehmen, männlich oder weiblich geboren zu werden. Aber jeder kann sich entscheiden, ehrlich oder unehrlich zu sein. Ich habe mich entschlossen, endlich den ehrlichen Weg zu gehen. Das war für alle Beteiligten zwar schmerzlich, aber letztlich die einzige Lösung zum Überleben.

Wieviel Leid wäre meiner geschiedenen Frau und mir erspart geblieben, wieviel vergeudete Energie im vergeblichen Kampf gegen mein Schwulsein hätte ich besser für Anderes einsetzen können, wenn es damals schon gute und kompetente Informationen über Homosexualität gegeben hätte, wie sie inzwischen Allgemeingut sind, nämlich, dass Schwulsein kein Makel und keine Sünde ist. Liebe hat eben tausend Facetten. Meine Liebe zu Männern ist eine von vielen Ausdrucksmöglichkeiten – manche nennen’s zurecht "Schöpfungsvarianten" - in Gottes großem, buntem, schönem Garten.

Ich muss diesen Bericht nicht anonym schreiben, denn in all den Jahren, in denen ich offen zu meinem Schwulsein stehe, bin ich nur bei zwei Personen deswegen auf Ablehnung gestoßen. Das waren Menschen, die erklärtermaßen mit ihrer eigenen Sexualität nie zurecht gekommen waren. Ansonsten gab es nicht nur keinerlei Angriffe, Verleumdungen oder Belästigungen, weder von Menschen innerhalb noch außerhalb der Kirche, sondern absolute Offenheit mir gegenüber. Es sind tiefe Freundschaften zu Frauen und Männern entstanden, die ohne meine Öffnung undenkbar gewesen wären. Da ich aber weiß, dass sich nicht jeder dem Thema unvoreingenommen stellen und vor allen Ideologien die Menschen im Blickfeld behalten kann, und viele statt dessen irgendwelche abstrusen Theorien unreflektiert gebetsmühlenartig nachplappern, schreibe ich diesen Text bewußt unter Nennung meines Namens und meiner Adresse für Rückfragen und als Ermutigung für andere homosexuell begabte Menschen. Ich schreibe aber auch, weil mich immer wieder Menschen, die sich auf "Veränderungstherapien" eingelassen haben, dringend bitten, öffentlich vor solch nutzlosen, oft schlimme Schäden verursachenden und hinterlassenden Laien-Experimenten zu warnen. Dieser Text entspricht voll meiner Auffassung und ist deshalb bewußt betitelt:

"Warum ICH als Christ homosexuell leben kann und darf - und auch soll"

1.

Ich nehme die gemeinsame Tradition der gesamten christlichen Kirche ernst.

Als Christ bin ich Teil einer die Zeiten und Länder übergreifenden Gemeinschaft. Nicht ich erfinde den christlichen Glauben neu, sondern ich steige ein in eine Glaubens- und Lebensgeschichte der weltweiten Kirche.

Von Anfang an stand christliche Existenz im Widerspruch zu herrschenden Auffassungen und Gewohnheiten. In der Auseinandersetzung mit der römisch-hellenistischen Kultur sahen sich Christen in der bewußten Nachfolge Jesu gerufen, anders zu leben als ihre Umwelt. Sie nahmen die gemeinsame Überzeugung der Urkirche auf und führten sie weiter, nicht nur in Fragen des Glaubens, sondern auch gerade in Fragen der Lebensgestaltung. Für sie gab es keine Trennung zwischen Glauben und Leben. Leben in der Nachfolge Christi war etwas Ganzheitliches, Eindeutiges, Erkennbares. Schon die frühchristliche Schrift "Didache" oder "Zwölfapostellehre" nahm an der Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n. Chr. eindeutig Stellung: "Das zweite Gebot der Lehre: Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht Knaben schänden. Du sollst nicht Zauberei treiben. Du sollst nicht das Kind im Mutterschoß töten und nicht das Neugeborene umbringen."

Auch Polykarp, Bischof von Smyrna, der im Jahre 155/156 als Märtyrer starb, schrieb: "Desgleichen müssen auch die jungen Männer in allen Stücken untadelig leben, vor allem auf Keuschheit bedacht sein und sich im Zaum halten vor allem Bösen. Denn es ist gut, sich zurückzuhalten von den Begierden der Welt, weil jede Begierde gegen den Geist kämpft, und weder Hurer, noch Weichlinge, noch die beim Manne liegen, das Reich Gottes erben werden, noch überhaupt, die das Unstatthafte tun. Daher ist es notwendig, sich von alledem fernzuhalten."

Gelebte Homosexualität war nach der Glaubensüberzeugung der Christen aller Jahrhunderte gegen den offenbarten Willen Gottes. Diese Überzeugung war bis vor kurzem gemeinsamer ökumenischer Konsens. Erst in der Folge der so genannten sexuellen Revolution hat sich vor allem in manchen protestantischen Kirchen des Westens eine Umwertung von Lebensstilfragen ausgebreitet. Diese Entwicklung stößt in den orthodoxen und orientalischen Kirchen ebenso auf Befremden und Unverständnis wie in den lebendigen jungen Kirchen Afrikas und Asiens. Auch die römisch-katholische Kirche kann sich dieser Neubewertung nicht anschließen. Die westlichen protestantischen Kirchen, die sich die Neubewertung oder sogar Propagierung (z. B. durch Synodenbeschlüsse zur Segnung) so genannter "alternativer Lebensformen" zu eigen gemacht haben, kommen in ein ökumenisches Abseits, obwohl sie sicher im Trend des nachchristlichen geistigen Klimas der westlichen Welt liegen und damit ihre "politische Korrektheit" diesen Kräften gegenüber beweisen.

Überzeugen kann mich das alles aber nicht, da ich keine geistige oder geistliche Grundlage erkennen kann, die mir zeigt, dass die gesamte Weltkirche bislang in einer falschen Bewertung gefangen gewesen sein soll.

1.

Ich nehme die Tradition der Kirche bewusst nicht in allem ernst.

 

In vielem fühle ich mich der Tradition der Kirche nicht verpflichtet, genau so wenig wie dies Jesus mit der Tradition seiner damaligen "Kirche" war. Von einem Theologen, der sich intensiv mit dem Thema "Homosexuelle und Kirche" befasst hatte, las ich vor einiger Zeit sein Resümee: "Die Geschichte des Umgangs der Kirche mit homosexuellen Menschen ist eine einzige Greueltat". Zu diesen Greueln hatte sie keinerlei Legitimation, schon gar keine göttliche oder von der Bibel abgeleitete. Die Kirche ist schuldig an unsäglichem Leid, das sie über homosexuelle Menschen gebracht hat. Das zeigt mir, dass die Weltkirche lange in einer falschen Bewertung gefangen war und zum Teil bis heute noch ist. Dass sich meine evangelische Kirche im Umgang mit Schwulen und Lesben von unheilvollen Traditionen gelöst hat und den sich liebenden Menschen den Segen Gottes zusichert und ihre Liebe segnet, darf ihr niemals als Minuspunkt im ökumenischen Prozess angerechnet werden. Im Gegenteil: Das muss Anstoß zum Nachdenken und Nachahmen in andern Kirchen sein, was weltweit auch zunehmend geschieht. Diese Menschen haben inzwischen begriffen und Konsequenzen daraus gezogen, dass Liebe grundsätzlich göttlichen Ursprungs ist und dass es niemand auf dieser Welt zusteht, diese Liebe und sich in Liebe verbundene Menschen zu verurteilen und sich damit über Gott zu erheben. Falsch verstandene Ökumene würde konsequenterweise bedeuten, dass wir unverzüglich die Ehen unserer PfarrerInnen zwangsscheiden. Und sollen wir Evangelische ernsthaft darüber nachdenken, dem Beispiel der katholischen Kirche zu folgen und das Abendmahl als Waffe von Christen gegen Christen missbrauchen? Oder gar unsere Pfarrerinnen wieder aus ihren Ämtern jagen? Da sei Gott vor! Wenn Jesus uns dazu berufen hat, anders zu leben als unsere Umwelt, dann hat er ganz sicher nicht gewollt, dass Menschen diffamiert, lächerlich gemacht, unterdrückt und ausgegrenzt werden. Auch die Tradition der Kirche, im Namen Gottes, im Namen Jesu Christi, im Namen des Glaubens Zwangsmissionierung zu betreiben und im Falle des Widerstands gnadenlos zu töten, kann und will ich nicht gut heißen. Niemand darf das!

 

 

2.

Ich bin als evangelischer Christ in meinem Gewissen an die Heilige Schrift gebunden.

 

Das kann mir niemand abnehmen. Es ist nicht gut und ratsam, etwas gegen das Gewissen zu tun, hat schon Martin Luther gesagt. Als evangelischer Christ ist für mich das Zeugnis der Heiligen Schrift bindend, auch in Fragen der Ehe und Sexualität Es ist deutlich, daß Gott den Menschen in der Zuordnung und gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau geschaffen hat. Diese Grundordnung der Ehe sollen wir nicht brechen, wie schon in den Zehn Geboten ausgesagt ist. Die biblischen Abschnitte, die über ausgeübte Sexualität zwischen Gleichgeschlechtlichen sprechen, (3. Mose 18, 22; 3. Mose 20, 13; 1. Kor. 6, 9 – 11; Römer 1, 18ff; 1. Tim. 1, 10 und andere) sind alle warnend und ablehnend. Ich habe in all meinem Nachforschen keine überzeugenden theologischen Argumente gefunden, die das Gewicht des biblischen Zeugnisses abändern könnten. Als Christ nehme ich die Bibel ganz ernst, also auch dort, wo es mir nicht leicht fällt.

2.

Ich bin als Christ in erster Linie meinem Gewissen, aber längst nicht in allem an oft zeit- oder situationsbedingte und –betreffende Aussagen der Bibel gebunden.

Es ist nicht gut und ratsam, mein Gewissen, an das Martin Luther ausdrücklich appelliert hat, zu vergewaltigen oder von andern vergewaltigen zu lassen. Ich könnte es nie und nimmer verantworten, etwa den Massenmörder Elia (1. Könige 18, 40) als Vorbild zu nehmen oder zu empfehlen. Und ich rate jedem, der nicht ins Zuchthaus will, etwa 5. Mose 21, 18-21, oder gar Psalm 137, 9 ("Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!") um Gottes, der Menschen und seiner selbst willen nur ja nicht umzusetzen! Wenn ich als Christ in allem die Bibel wörtlich nähme, müsste ich z. B. alle Ehebrecher (3. Mose 20, 10) umbringen. Das gleiche Schicksal würden Bänker und alle andern, die Zinsen kassieren (Hesekiel 18, 13), verdienen. Ich müsste gegen Menschen vorgehen, die am Sabbat (bei uns am Samstag) irgend eine Arbeit verrichten, und sei es nur das Binden von Schnürsenkeln. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Ich weigere mich, anzuerkennen, dass die Bibel Gottes Wort ist, das für immer und ewig und für alle gilt. Dafür wissen wir einfach inzwischen zu viel über die Entstehung des biblischen Kanons.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag des Theologen Peter Rosien in "Publik-Forum" Nr. 2/2003. "Die Ergebnisse der Bibelforschung lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Drei sind es vor allem:

  • Die an den Texten entdeckte Kluft zwischen Erinnerung und tatsächlich Geschehenem. Wo Geschichte draufsteht, ist keine Geschichte drin.
  • Die Erkenntnisse über die literarische Eigenheit der Texte. Wir haben es in der Bibel mit verdichteten Geschichtserzählungen, mit Mythen, Sagen, Legenden, Märchen, Novellen und anderem mehr zu tun, nur nicht mit Texten, die berichten ‚wie es wirklich war‘ (Ranke). Mythische Weltsicht, mythische Rede, symbolische Sprache sind zentral. Dass auch und gerade solche Texte existenzielle Erfahrungen Gottes schenken können, steht auf einem andern Blatt, dem entscheidenden.
  • Die Erkenntnisse darüber, dass die ursprünglichen Texte übersät sind von späteren Überarbeitungen. Unzählige Aussagen wurden ‚übermalt, ausgeschmückt, aufgebauscht, verfälscht, verdunkelt, verzerrt, zurechtgebogen, zugeschliffen, hingedreht, interpretiert, revidiert, verwässert und umgedeutet‘ (Helmut Jaschke)."

In unseren Tagen erleben wir das ja wieder in dem geplanten Projekt: "Bibel in gerechter Sprache", das ganz bestimmte Vorgaben gegenüber früheren Übersetzungen festlegt und somit erneut den seit langem nicht mehr authentischen Text weiter verfälscht.

Die Bibel kennt keine einheitlichen Aussagen zur Ehe, wie sie heute oft als "christliches Leitbild" für alle Menschen propagiert wird. Auch in Bezug auf gelebte Sexualität gibt es divergierende Sichtweisen. Man lese in diesem Zusammenhang den Aufsatz von Prof. Walter Wink, zu finden unter www.huk.org/allgem/bibel-wink.htm. Und es trifft einfach auch nicht zu, dass die Bibel nur die Verbindung von Männern und Frauen will. Paulus empfiehlt sogar ausdrücklich, möglichst ledig zu bleiben (1. Kor. 7).

Und die immer und immer wieder zitierten Bibelstellen betreffen mich überhaupt nicht: Ich und viele andere Schwule liegen nicht bei Männern wie man bei Frauen liegt, und ich schände auch keine Knaben. Kein Schwuler tut das.

3.

Ich glaube nicht an den Mythos, daß ein Mensch alles, was er fühlt, auch ausleben muß bzw. dass Gefühle unabänderlich sind.

 

Ich bin als Mensch mehr als die Summe meiner Gefühle. Meine Gefühle, unbewertet und ungelenk, führen mich häufig in eine destruktive Richtung. Die Total-Psychologisierung des Lebens ist eine Sackgasse. Emotionen sind beeinflussbar, z. B. durch verhaltens-therapeutische Maßnahmen. Auch homosexuelle Gefühle sind kein von oben verhängtes Schicksal, sondern das Ergebnis bestimmter Ereignisse in der persönlichen psychosexuellen Entwicklung. Die wissenschaftliche Literatur belegt unzählige Beispiele von gefühlsmäßiger Veränderung bei homosexuell empfindenden Männern und Frauen. Diese Tatsachen kann und will ich nicht verdrängen, sondern wahrnehmen und ernst nehmen.

3.

Ich meine, dass ein Mensch alle seine guten elementaren Gefühle annehmen und sie befriedigen darf und soll, selbstverständlich auch die sexuellen, denn ich bin als Mensch letztlich die Summe meiner Gefühle.

Gesunde Emotionen müssen und dürfen durch nichts - selbstverständlich auch nicht durch Verhaltenstherapiemaßnahmen - beeinflusst und unterdrückt werden. Die Akzeptanz dieser Gefühle ist aufbauend, gesund, deren Unterdrückung destruktiv. Menschen dürfen und sollen sich so annehmen, wie sie von Gott geschaffen sind. Diejenigen, die uns dazu drängen, unsere uns eigene, uns von Gott geschenkte Liebesfähigkeit abzuwürgen und uns zwangsheterosexualisieren zu lassen – sei es mit medizinischen Mitteln, mit psychischer oder physischer Gewalt oder unter religiösem Druck - verletzen diese Menschen zutiefst in ihrer Würde. Der LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschlands) sagt dazu zu Recht: "Vorsicht! Wer an seiner Homosexualität herumdoktern läßt, läuft Gefahr, wirklich krank zu werden." Und der bekannte katholische Theologe und Diplom-Psychologe Dr. Wunibald Müller schreibt dazu: "Therapien, die eine Veränderung der sexuellen Orientierung zum Ziel haben, sind nicht nur unmöglich, sondern geradezu antitherapeutisch und inhuman, da sie die Klienten nicht zur Selbstfindung führen, sondern zu einer Verleugnung und einem Vorbeileben an ihrer wahren Identität".

 

Es gibt etliche Beispiele, dass Veränderungsprediger sich und ihrer Mitwelt irgendwann eingestehen mussten, dass sich ihre homosexuellen Gefühle nie verändert haben, so sehr sie sich auch abgemüht hatten. Einer davon schreibt dazu, die Therapien seien wie eine Haartönung: "Man kann sich so viel Blond ins Haar schmieren, wie man will – die eigentliche Haarfarbe kommt immer wieder durch". Und der wohl bekannteste Verfechter der homosexuellen Veränderungstheorie in Deutschland und Leiter der Laienorganisation "Wüstenstrom", Markus Hoffmann, räumt ein, dass er auch nach längeren und erheblichen Veränderungsbemühungen immer noch homoerotische Gefühle hat und dass "Veränderung eines Homosexuellen ein mühsames Unternehmen ist, dem oft genug der Erfolg versagt bleibt". Bis heute weiß niemand mit Sicherheit zu sagen, wie Homosexualität entsteht – das weiß man genau so wenig wie von Heterosexualität.

4.

Ich habe entdeckt, daß homosexuelle Impulse aus unreifen inneren Haltungen und ungelösten Identitätskonflikten herrühren und aufgelöst werden können.

Bei der Durcharbeitung hilfreicher Literatur und der analytischen Aufarbeitung meiner Lebensgeschichte habe ich die Gründe für meine auf Mitglieder des gleichen Geschlechts gerichteten emotionalen Wünsche erkennen und durchleuchten gelernt. Dabei ist mir deutlich geworden, daß die homosexuellen Impulse der Ausdruck tiefer liegender ungelöster Konflikte bzw. Identitätsverunsicherungen sind, die ich nicht durch "schnellen Sex" überdecken kann und will. Umgekehrt habe ich eine Verminderung und Abnahme der Intensität homosexueller Wünsche erfahren, als ich mich den tieferliegenden unreifen Gefühlshaltungen und Identitätskonflikten stellen konnte. Ich habe als Ergebnis dieser Wahrnehmung einen für mich wichtigen Entschluss gefasst: Ich möchte als Mensch nicht auf einer unreiferen Stufe stehen bleiben, sondern in die Ganzheitlichkeit der männlichen Identität in ergänzendem Gegenüber zu einer Frau hinein wachsen. Dieser Weg der Veränderung hat mich in eine erfüllende Ehe hineingeführt.

4.

Ich habe bei mir erlebt, daß homosexuelle Impulse aus reifen inneren Haltungen kommen und nichts mit ungelösten Konflikten zu tun haben und deshalb auch nicht aufgelöst werden können, dürfen oder gar müssen.

Alle Versuche, diese zu unterdrücken, haben bei mir und bei vielen andern Menschen existenzbeeinträchtigende und -bedrohende Identitätsverunsicherungen ausgelöst. Diese Versuche haben nicht nur absolut nichts gebracht, sie haben mich statt dessen in Identifikationskonflikte getrieben, die mich jahrzehntelang bis an die Grenze der Selbstaufgabe gebracht haben.

Seit ich meine sexuelle Ausrichtung annehme, bin ich von suizidalen Gedanken gänzlich frei. Es geht mir körperlich und seelisch unvergleichlich besser. - Kurz vor meinem inneren und äußeren coming-out hatte eine Heilpraktikerin aus einer Blutanalyse Ende der 1980er Jahre diagnostiziert, dass ich mein ganzes Leben lang verkehrt gelebt habe. Die Werte waren denkbar schlecht. Vor etwa drei Jahren hat dieselbe Heilpraktikerin dieselbe Analyse wieder gemacht und sie mit der alten verglichen – alle Werte waren um vieles besser geworden. Sogar frühere Krebssymptome waren verschwunden. Glaubt jemand im Ernst, ich wollte wieder in den alten Zustand zurück, als es mir in jeder Hinsicht schlechter ging? Aber genau das wäre der Preis!

Der "schnelle Sex" überdeckt keine Konflikte, er ist einfach nur schön und tut allen Beteiligten gut – sonst würden sie’s spätestens nach dem zweiten Mal lassen. Ich brauche niemand, der mich verbiegt, indem er mir einredet, meine homosexuellen Impulse seien der Ausdruck tiefer liegender Konflikte bzw. Indentitätsverunsicherungen, und ich sei auf einer unreifen Stufe stecken geblieben. Eine Frechheit!

5.

Ich weiß, dass – entgegen mancher öffentlichen Darstellung – die Wirklichkeit der homosexuellen Lebensweise von Promiskuität geprägt ist.

Zahllose soziologische und sexualwissenschaftliche Studien belegen, was jeder Betrachter der homosexuellen Szene unschwer wahrnehmen kann, wenn er nicht die Augen davor verschließen will: die homosexuelle Lebensweise, besonders bei Männern, ist extrem promisk. Die Suche nach immer neuen Partnern und flüchtigen sexuellen Begegnungen sind notwendiger Ausdruck der inneren Suche des homosexuell empfindenden Mannes. Mir ist bei meiner eigenen Suche nach Veränderung deutlich geworden, dass dies ein fast zwangsläufiger Tatbestand ist, der die Lebenswirklichkeit der Mehrheit der homosexuell Lebenden kennzeichnet: Der homosexuelle Impuls ist ein ich-gerichteter Impuls, der teilweise zwanghafte Züge hat und auch häufiger als meist zugegeben zu Zwanghaftigkeit, z. B. sexsüchtigem Verhalten, führt. Diese selbstbezogene Emotionalität ist letztlich der Versuch der Lösung innerer Konflikte durch die ausgelebte Sexualität. Ich habe den Sog homosexueller Praktiken, die in vielen Fällen nach immer intensiveren oder extremeren "Kicks" verlangen, erkannt und nehme das lebensverengende Suchtpotential ernst, das in der homosexuellen Lebenspraxis vorhanden ist.

5.

Ich weiß, dass es Schwule gibt, die promisk leben – ich tue es auch.

 

Der homosexuelle Impuls ist ein auf das Du des Andern gerichteter Impuls, der rein gar nichts mit Zwanghaftigkeit oder mit Sexsucht zu tun hat. Ich und viele andere nehmen das lebenserweiternde Potential wahr und ernst, das in der homosexuellen Lebenspraxis möglich ist. Es gab für mich viele wunderschöne Begegnungen und Erlebnisse, die mich und andere bereichert, reifer gemacht haben. Neben dem Genießen auch der körperlichen Schönheit eines Partners geht es oft einfach um zutiefst christliche Werte: Um Liebe in ihren vielfältigen, göttlich determinierten Möglichkeiten. Die frühere Unterdrückung der mir eigenen schwulen Gefühle hat dagegen größte innere und äußere Konflikte nach sich gezogen.

Sexuelle Treue ist in einer heterosexuellen Beziehung wegen der Kinder wichtig. Im Homobereich fällt dies weg, deshalb kann man die eine Situation nicht auf die andere übertragen und Schwule verurteilen, nur weil sie sich nicht an die Regeln ihrer heterosexuellen Zeitgenossen halten, die – weiß Gott - zu einem großen Teil auch nicht gerade monogam leben. Zumindest von dem maskulinen Hetero-Milieu munkelt man so manches Mal, dass auch dort Sex und Liebe voneinander abgetrennt empfunden und auch gelebt werden und unsere Hetero-Schwestern und -Brüder in Christus Abwechslung mögen und praktizieren, wie wir auch. Also, was soll’s! Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

 

6.

Ich habe das Potential tiefer, nicht-sexueller Freundschaften zu Männern entdeckt, die nicht emotional abhängig machen, sondern aufbauen.

Was ich in homosexuellen Phantasien und Beziehungen gesucht, aber nicht gefunden habe, nämlich die tiefe, echte Freundschaft, habe ich in nicht-sexuellen Freundschaften mit Männern erleben können – jenseits aller emotionalen Spielchen und Abhängigkeiten. Sie bereichern mein Leben so, wie es die gesuchte sexuelle Verschmelzung mit homosexuellen Partnern nicht konnten. Dabei entdecke ich, dass ich in meiner männlichen Identität gestärkt werde und auch meinerseits andere in ihrer Identität bestätigen kann. Diese Freundschaften sind nicht exklusiv oder einengend und machen weder süchtig noch abhängig; sie sind von Freiheit, Respekt, Wärme und Brüderlichkeit gekennzeichnet. Sie setzen ein ungeheures Potential frei, weil sie nach vorn gerichtet und zu anderen hin offen sind.

6.

Ich habe das Potential tiefer sexueller und nicht-sexueller Freundschaften zu Männern entdeckt, die nicht emotional abhängig machen, sondern aufbauen.

Was ich in homosexuellen Phantasien gesucht und in Beziehungen fast immer auch gefunden habe, nämlich die tiefe, echte Erfüllung, habe ich sowohl in sexuellen wie auch in nicht-sexuellen Freundschaften erleben können – jenseits aller emotionalen Spielchen und Abhängigkeiten. Sie bereichern mein Leben so, wie es die versuchte sexuelle Verschmelzung mit einer Partnerin eben nicht konnte, sehr zu ihrem und meinem Kummer. Dabei entdeckte ich, dass ich in meiner männlichen Identität gestärkt wurde und auch meinerseits andere in ihrer Identität bestätigen konnte und noch immer kann. Diese Freundschaften sind nicht exklusiv oder einengend und machen weder süchtig noch abhängig; sie sind von Freiheit, Respekt, Wärme und Brüderlichkeit gekennzeichnet. Sie setzen ein ungeheures Potential frei, weil sie nach vorn gerichtet und zu andern hin offen sind.

7.

Ich habe als oberstes Ziel meines Lebens erkannt, Christus zu lieben und in sein Bild umgewandelt zu werden.

Die Berufung, als Christ zu leben, umfaßt mein ganzes Leben. Ich will ein Nachfolger von Jesus sein und ihn immer mehr erkennen. Ihn will ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden (Phil. 3, 10). Jesus Christus ist für mich als Christ Anfang, Mitte und Ziel meines Lebens. Er soll mir in seiner erbarmenden Liebe, Reinheit, Wahrhaftigkeit, Schönheit und Selbstlosigkeit vor Augen stehen. Dabei werde ich selbst verändert: Wir alle sehen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn und werden verwandelt in sein Bild (2. Kor. 3, 18).

Dieser Weg der Identifizierung mit Christus führt uns in unsere wahre Identität hinein. Das Leben wird, wenn auch hier nur stückweise, heil und hell. Diese Erfahrung ist für mich die Grundlage für alles andere. Das Geschenk dieses Lebens ist, dass ich ein Segen für andere sein kann, dass mein Leben fruchtbar wird und Frucht bringen darf durch die Verbindung mit Jesus Christus (vgl. Joh .15, 1ff).

Sieben Gründe, anders zu leben. Was ich aufgegeben habe, ist nichts im Vergleich zu dem, was ich gewonnen habe. Was zuerst wie ein Opfer erschien, ist zu einer Quelle des Segens geworden.

7.

Die Berufung für mich als Christ heißt neben vielem anderen eben auch, mir nicht einzureden oder von jemandem einreden zu lassen, ich sei in meiner Art zu lieben ein Schöpfungsirrtum und Gott somit ein erbärmlicher Schöpfungsdilletant.

Auf vielen Umwegen bin ich ans Ziel meines Lebens gekommen: Mich von Gott geliebt und angenommen zu wissen, weil er mich so geschaffen und gewollt hat. Nur der Weg absoluter Ehrlichkeit und Selbstakzeptanz hat mich in meine wahre Identität und zum inneren Frieden geführt – nach vielen Irrwegen der Selbstverleugnung, der Negierung meiner sexuellen Identität, des Selbsthasses, des Wegbetenwollens, der Verdrängung. Das Leben wurde ganz und gar heil und hell. Diese Erfahrung ist für mich die Grundlage für alles andere. Das Geschenk dieses neuen Lebens ist, dass ich von Gott gesegnet bin und für andere ein Segen sein kann. Das macht mein Leben fruchtbar.

Sieben von vielen Gründen für mich und viele andere glückliche Schwule, gleichgeschlechtlich zu lieben und zu leben.

* * * * * * * * * * * * *

Und zum Schluss:

Es wäre für gleichgeschlechtlich liebende und lebende Menschen sehr hilfreich und würde ihnen viele Sorgen und Probleme erspart haben und noch ersparen, wenn sich insbesondere christliche FundamentalistInnen nicht permanent unter Berufung auf wenige, falsch ausgelegte und falsch zugeordnete Bibelstellen, völlig überflüssige Sorgen um unsere Probleme machen würden, um Probleme, die wir mit Sicherheit nie gehabt hätten und nie hätten, wenn diese lieblosen, selbstgerechten Menschen uns diese Sorgen und Probleme nicht erst geschaffen hätten – und das gar noch unter Beruf auf "Gottes Wort". Dieses menschenverachtende und –vernichtende Treiben "ist dem Herrn ein Greuel", aber sicherlich nicht, dass sich zwei Menschen lieben. Die Splitter, die diese Leute bei uns glauben gefunden zu haben, sind ihre eigenen Linsentrübungen, und mit Augenbalken ist bekanntlich das Sehvermögen erheblich gestört. Aber geistige und geistliche Blindheit sind durchaus heilbar.

Walter Conzelmann