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Brief an EKD-Ratsvorsitzenden Huber |
[Letzte Aktualisierung: 17.01.2005 ] |
Am 11. Januar 2005 traf sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Huber, mit Vertretern muslimischer Organisationen in Deutschland. Im Vorfeld des Treffens wurde von möglichen Forderungen muslimischer Kreise nach einer Begrenzung der Rechte von Homosexuellen berichtet.
Am Sonnabend zuvor, 5.1.2005, tagte die Vorbereitungsgruppe des 1. Kongresses zur Vernetzung der christlichen Schwulen- und Lesbengruppen in Berlin. Auf Anregung der HuK wurde am Ende der Tagung der folgende kurze Brief an Bischof Huber verfasst und tendenziell von allen beteiligten Gruppen gebilligt. Er ist das erste Dokument der beginnenden Vernetzung der Gruppen.
9. Januar 2005
Sehr geehrter Herr Bischof, lieber Bruder Huber!
Wir, die 20 Teilnehmenden des Organisationskomitees des 1. Kongresses
zur Vernetzung der christlichen Schwulen- und Lesbengruppen Deutschlands,
haben zur Kenntnis genommen, dass Sie, Bischof Huber,
am 11. Januar mit Repräsentanten einiger muslimischer Verbände sprechen.
Wir gehen davon aus, dass Sie den inhaltlichen Vorgaben durch die
muslimischen Gesprächspartner im Blick auf die Begrenzungen der
Rechte Homosexueller - insbesondere innerhalb der Kirchen -
nicht folgen werden.
Im Übrigen würde zu einem „tabulosen Gespräch“ auch die Erörterung der
Situation der homosexuellen Menschen muslimischen Glaubens gehören.
Außerdem gibt es sicher wichtigere Themen im interreligiösen Dialog
als beispielsweise die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.
Darüber hinaus stehen wir Ihnen nach wie vor zum Sachgespräch
diesbezüglich zur Verfügung.
Unsere guten Wünsche und unsere Gebete begleiten Sie.
Das Organisationskomitee des 1. Kongresses zur Vernetzung der christlichen Schwulen- und Lesbengruppen Deutschlands
Die an der Kongress-Vorbereitung beteiligten
Mitglieder folgender Vereinigungen [im Original stehen hier Namen]:
HuK (Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche),
Konvent schwul-lesbischer Theologinnen und Theologen der EKBO,
linet-c,
AG schwule Theologie,
LuK (Lesben und Kirche),
NkaL (Netzwerk katholischer Lesben)
Nach dem Treffen zwischen Bischof Huber und den muslimischen Vertretern hat auch das Ökumenische Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu) eine Pressemitteilung zu der Thematik herausgegeben.