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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 7.6.2005
- Papst verurteilt Ehe ohne Trauschein -
- Erzbischof von La Paz: “Lage in Bolivien dramatisch” -
- Alexij II.: “Christen müssen zusammenhalten!” -
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Verantwortlich:
P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Ludwig Waldmüller
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
THEMEN DES TAGES:
Papst
verurteilt Ehe ohne Trauschein und "Pseudo-Ehe" Homosexueller
Papst Benedikt XVI. hat
die "Ehe ohne Trauschein", die “Ehe auf Probe" und die "Pseudo-Ehe
zwischen Menschen des gleichen Geschlechts" scharf verurteilt. In einer
Ansprache zur Eröffnung des alle zwei Jahre stattfindenden
Kongresses der
Diözese Rom zeichnete der Papst gestern Abend in der
Lateran-Basilika die
Grundlinien der Familie nach. Ehe und Familie, so Benedikt, seien keine
"zufällige soziologische Konstruktion", die durch andere ersetzt
werden könne, keine "Frucht besonderer historischer und
ökonomischer
Situationen".
"Im Gegenteil hat die Frage der richtigen Beziehung
zwischen Mann und
Frau ihre Wurzeln im tieferen Wesen des menschlichen Seins und kann
ihre
Antwort nur von hier aus haben. Sie kann daher nicht von der alten und
immer
neuen Frage des Menschen über sich getrennt werden: Wer bin ich?
Was ist der
Mensch?"
Diese Frage, so Benedikt, könne auch von der Gottesfrage nicht
getrennt werden.
Die biblische Antwort auf diese beiden Fragen sei die
Gottebenbildlichkeit des
Menschen. Daher gebe es auch die unauflösliche Einheit zwischen
Körper und
Geist:
"Der Körper des Mannes und der Frau hat daher
sozusagen einen
theologischen Charakter, [...] er ist Ausdruck und Erfüllung
unseres
Menschseins. Genauso steht die menschliche Sexualität nicht an der
Seite
unseres Personseins, sondern gehört zu ihm. Nur wenn sich die
Sexualität in die
Person integriert hat, kann sie sich selbst einen Sinn geben."
Der Papst unterstrich die Unerlässlichkeit der Treue. In ihrem
Rahmen allein
sei auch der Platz für Kinder. Keiner gehöre
ausschließlich sich selbst, so
Benedikt, jeder müsse die eigene öffentliche Verantwortung
auf sich nehmen.
"Die verschiedenen Formen der Auflösung der Familie
von heute wie die
'Ehe ohne Trauschein', die 'Ehe auf Probe' bis hin zur Pseudo-Ehe von
Personen
des gleichen Geschlechts sind hingegen Ausdruck einer anarchischen
Freiheit,
die man als wahre Befreiung verkauft. Eine solche Pseudo-Freiheit
gründet sich
auf einer Banalisierung des Körpers, die unausweichlich die
Banalisierung des
Menschen mit einschließt. Deren Grundsatz ist, dass der Mensch
mit sich machen
kann, was er will: Sein Körper wird so zu einer zweitrangigen, vom
menschlichen
Standpunkt aus manipulierbaren Sache, die man nach Gutdünken
benützen kann. Der
Libertinismus, der als Entdeckung des Körpers und seines Wertes
verkauft wird,
ist in Wirklichkeit ein Dualismus, der den Körper verachtenswert
macht und ihn
gleichsam außerhalb der Würde der menschlichen Person
ansetzt."
Familie und Ehe, so Benedikt weiter, hätten ihren Platz in der
Heilsgeschichte
des Bundes Gottes mit den Menschen. Daher drücke die Ehe die Liebe
Gottes aus.
Auch Vaterschaft und Mutterschaft ließen sich nicht auf rein
biologische
Grundsätze zurückführen. Die Familie und die Kirche
seien auf ganz besondere
Weise dazu berufen, bei Erziehung und Glaubensweitergabe an die Kinder
zusammenzuarbeiten. Der Papst ermunterte Priester wie Laien dazu, auf
dem Weg
der Erziehung voranzuschreiten.
"Eine besonders heimtückische Bedrohung für
die Aufgabe der Erziehung
ist heute durch jenen Relativismus in unserer Gesellschaft und Kultur
gegeben,
der nichts als endgültig ansieht und so als letztes Maß nur
das eigene Ich und
seinen Willen zulässt. Dadurch wird er unter dem Schein der
Freiheit für jeden
ein Gefängnis und trennt den einen vom anderen, weil jeder in ihm
gefangen
ist."
Zuletzt unterstrich der Papst die Bedeutung der Berufungen zum
Priester- und
Ordensberuf. "Wir wissen alle, wie sehr die Kirche diese
benötigt!",
rief er aus. Grundlegend für die geistlichen Berufungen sei das
Gebet, aber
auch das Vorbild von Priestern und Ordensleuten. (rv)
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