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  Papst Benedikt XVI. zur "Pseudo-Ehe"  

[Letzte Aktualisierung: 25.08.2005 ]

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Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. - Aktuelles

(Teil-) Dokumentation zur Rede von Papst Benedikt XVI., u.a. "Pseudo-Ehe"

Der folgende Text ist eine detaillierte, wenn auch nicht vollständig wörtliche, Wiedergabe der Rede von Papst Benedikt XVI. im Juni 2005. Sie wurde von Radio Vatikan (Internet-Dienst) am 7.6.2005 verbreitet, allerdings dort wenige Tage später durch neue Nachrichten überschrieben. Auf den Webseiten des Vatikans selbst ist ein vollständiger Redetext bisher (Stand August 2005) nicht vorhanden. Um Lesern und Leserinnen die Möglichkeit zu geben, im Zusammenhang mit der HuK-Pressemitteilung auch einen Bericht über die Rede selbst zu lesen, ist der Text von Radio Vatikan hier dokumentiert.

  RADIO VATIKAN NACHRICHTEN
 

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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 7.6.2005

- Papst verurteilt Ehe ohne Trauschein -
- Erzbischof von La Paz: “Lage in Bolivien dramatisch” -
- Alexij II.: “Christen müssen zusammenhalten!” -
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Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Ludwig Waldmüller
Redaktionsschluss 16.00 Uhr

THEMEN DES TAGES:

Papst verurteilt Ehe ohne Trauschein und "Pseudo-Ehe" Homosexueller
Papst Benedikt XVI. hat die "Ehe ohne Trauschein", die “Ehe auf Probe" und die "Pseudo-Ehe zwischen Menschen des gleichen Geschlechts" scharf verurteilt. In einer Ansprache zur Eröffnung des alle zwei Jahre stattfindenden Kongresses der Diözese Rom zeichnete der Papst gestern Abend in der Lateran-Basilika die Grundlinien der Familie nach. Ehe und Familie, so Benedikt, seien keine "zufällige soziologische Konstruktion", die durch andere ersetzt werden könne, keine "Frucht besonderer historischer und ökonomischer Situationen".
"Im Gegenteil hat die Frage der richtigen Beziehung zwischen Mann und Frau ihre Wurzeln im tieferen Wesen des menschlichen Seins und kann ihre Antwort nur von hier aus haben. Sie kann daher nicht von der alten und immer neuen Frage des Menschen über sich getrennt werden: Wer bin ich? Was ist der Mensch?"
Diese Frage, so Benedikt, könne auch von der Gottesfrage nicht getrennt werden. Die biblische Antwort auf diese beiden Fragen sei die Gottebenbildlichkeit des Menschen. Daher gebe es auch die unauflösliche Einheit zwischen Körper und Geist:
"Der Körper des Mannes und der Frau hat daher sozusagen einen theologischen Charakter, [...] er ist Ausdruck und Erfüllung unseres Menschseins. Genauso steht die menschliche Sexualität nicht an der Seite unseres Personseins, sondern gehört zu ihm. Nur wenn sich die Sexualität in die Person integriert hat, kann sie sich selbst einen Sinn geben."
Der Papst unterstrich die Unerlässlichkeit der Treue. In ihrem Rahmen allein sei auch der Platz für Kinder. Keiner gehöre ausschließlich sich selbst, so Benedikt, jeder müsse die eigene öffentliche Verantwortung auf sich nehmen.
"Die verschiedenen Formen der Auflösung der Familie von heute wie die 'Ehe ohne Trauschein', die 'Ehe auf Probe' bis hin zur Pseudo-Ehe von Personen des gleichen Geschlechts sind hingegen Ausdruck einer anarchischen Freiheit, die man als wahre Befreiung verkauft. Eine solche Pseudo-Freiheit gründet sich auf einer Banalisierung des Körpers, die unausweichlich die Banalisierung des Menschen mit einschließt. Deren Grundsatz ist, dass der Mensch mit sich machen kann, was er will: Sein Körper wird so zu einer zweitrangigen, vom menschlichen Standpunkt aus manipulierbaren Sache, die man nach Gutdünken benützen kann. Der Libertinismus, der als Entdeckung des Körpers und seines Wertes verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein Dualismus, der den Körper verachtenswert macht und ihn gleichsam außerhalb der Würde der menschlichen Person ansetzt."
Familie und Ehe, so Benedikt weiter, hätten ihren Platz in der Heilsgeschichte des Bundes Gottes mit den Menschen. Daher drücke die Ehe die Liebe Gottes aus. Auch Vaterschaft und Mutterschaft ließen sich nicht auf rein biologische Grundsätze zurückführen. Die Familie und die Kirche seien auf ganz besondere Weise dazu berufen, bei Erziehung und Glaubensweitergabe an die Kinder zusammenzuarbeiten. Der Papst ermunterte Priester wie Laien dazu, auf dem Weg der Erziehung voranzuschreiten.
"Eine besonders heimtückische Bedrohung für die Aufgabe der Erziehung ist heute durch jenen Relativismus in unserer Gesellschaft und Kultur gegeben, der nichts als endgültig ansieht und so als letztes Maß nur das eigene Ich und seinen Willen zulässt. Dadurch wird er unter dem Schein der Freiheit für jeden ein Gefängnis und trennt den einen vom anderen, weil jeder in ihm gefangen ist."
Zuletzt unterstrich der Papst die Bedeutung der Berufungen zum Priester- und Ordensberuf. "Wir wissen alle, wie sehr die Kirche diese benötigt!", rief er aus. Grundlegend für die geistlichen Berufungen sei das Gebet, aber auch das Vorbild von Priestern und Ordensleuten. (rv)

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